Öffentlicher Nahverkehr

Hochbahn testet in Hamburg neuen Elektro-Shuttle

| Lesedauer: 3 Minuten
Almut Kipp
In Bayern werden autonom fahrende Busse wie dieser schon getestet

In Bayern werden autonom fahrende Busse wie dieser schon getestet

Foto: Armin Weigel / dpa

Passagiere können einen Kleinbus per App für eine individuelle Route buchen. Weltkongress für Mobilität tagt 2021 in Hamburg.

Hamburg.  Der Chef der Hamburger Hochbahn, Henrik Falk, will am Weltkongress für Mobilität 2021 in Hamburg vor allem auch die Fahrgäste beteiligen. „So spannend es in Montreal auch war, eines machen wir nicht: uns in Hamburg nur auf das Messegelände und das Con­gress Center zu konzentrieren“, sagte Falk. In der kanadischen Metropole hatte die Hansestadt Ende Oktober 2017 den Zuschlag für die Ausrichtung des Kongresses für Intelligente Transportsysteme (ITS) bekommen.

Falk ist Vorstandschef der Hamburger Hochbahn, die mit ihren rund 1000 Bussen und vier U-Bahn-Linien täglich rund 1,2 Millionen Fahrgäste transportiert. „Wir wollen die ganze Stadt einladen, das ist die große Herausforderung“, kündigte Falk an. Denn die, die vernetzte Mobilität spannend fänden, kämen ohnehin. Das waren in Montreal 10.000 Experten aus Verkehr, Telekommunikation, Informationstechnologie, Wissenschaft und Politik. „Aber es ist viel wichtiger zu wissen, ob beispielsweise Fahrzeuge ohne Fahrer von Reisenden auch ausreichend genutzt werden.“

Elektro-Shuttle für bis zu sechs Passagiere

Nach Kopenhagen (17. bis 21. September 2018), dem „experimentierfreudigen“ Singapur 2019 und der rund vier Millionen Einwohner zählenden US-Metropole Los Angeles (2020) ist Hamburg (11. bis 15. Oktober 2021) an der Reihe. „Für uns eine anspruchsvolle Kette. Und wir haben den Anspruch, in drei Jahren hier Neues zu präsentieren“, sagte Falk. Es gehe darum, die in der Hansestadt über Jahrhunderte gewachsene Verkehrsinfrastruktur mithilfe digitaler Technik weiterzuentwickeln.

So will die Hochbahn noch 2018 mit dem VW-Mobilitätsdienstleister Moia einen neuartigen Elektro-Shuttle für bis zu sechs Passagiere testen. Diese buchen über eine Smartphone-App individuell ihre Route (Shuttle-on-demand), eine Software bringt dann die Anfragen möglichst für eine Richtung zusammen und gibt dem Fahrer die Route vor.

40 Projekte für die Mobilität von morgen geplant

Dieses Angebot soll dann ebenfalls über die App „Switchh“ gebucht werden können, die in der zweiten Jahreshälfte 2018 überarbeitet an den Start gebracht werden soll und alle Mobilitätsangebote von Bus, Bahn über Car- und Shuttle-Sharing bis zum StadtRad vereint. „Damit ich mich als Kunde nicht fragen muss: „Habe ich die App xy schon?, sondern über die eine App alles quick and easy, schnell und einfach, bekomme“, erläuterte Falk. Beim Bus- und Bahnfahren will die Hochbahn im HVV in der zweiten Jahreshälfte 2018 ein „Check in/Be out“-System von drei Anbietern testen.

Dabei soll über die Switchh-App erfasst werden, wo ein Fahrgast losfährt, und automatisch, wo er aussteigt. Abgerechnet wird für ihn der jeweils beste Preis. Falk: „Ein solches System gibt es weltweit noch nicht.“ Bisher seien rund 40 Projekte in Hamburg für die „Mobilität von morgen“ geplant. „Mal sehen, was davon umgesetzt wird.“ Bis Ende 2018 sollen alle 91 U-Bahn-Haltestellen über Gratis-WLAN verfügen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg