Flughafen

Ryanair-Streik: Das sind die Auswirkungen auf Hamburg

Zwei Ryanair-Maschinen am Hamburger Flughafen. Am Freitag sind in Fuhlsbüttel acht Abflüge und acht Ankünfte geplant

Zwei Ryanair-Maschinen am Hamburger Flughafen. Am Freitag sind in Fuhlsbüttel acht Abflüge und acht Ankünfte geplant

Foto: dpa/picture alliance

Beim Billigflieger Ryanair steht ein Streik unmittelbar bevor. Zwei Tage vor Weihnachten sollen die Piloten in den Ausstand treten.

Berlin/Hamburg. Erstmals seit der Gründung vor mehr als 30 Jahren wird der Billigflieger Ryanair am Freitag in Deutschland bestreikt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ruft die Piloten des Unternehmens auf, zwischen 5:01 Uhr bis 8:59 Uhr die Arbeit niederzulegen, wie VC mitteilte. Es seien alle Flugverbindungen betroffen, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen geplant sind.

Flugausfälle hätten auch Folgen für den europäischen Flugverkehr, weil die Maschinen in der Regel den ganzen Tag über durchgetaktet sind.

Die Auswirkungen des Streiks auf Passagiere am Flughafen Hamburg bleiben absehbar gering. Zwar plant Ryanair am Freitag acht Abflüge und acht Ankünfte am Helmut-Schmidt-Airport, doch liegt lediglich ein Abflug innerhalb des Vier-Stunden-Streikfensters. Der Ryanair-Flug um 8.40 Uhr nach Barcelona (FR129) könnte betroffen sein. Außerdem könnte sich die Ankunft der Maschine aus Manchester (FR3501) um 9.15 Uhr verspäten

VC: Ryanair hat Treffen am Mittwoch abgebrochen

Ryanair will den Streik der Piloten am Freitagmorgen ins Leere laufen lassen. „Wir fliegen nach Flugplan“, sagte Peter Bellew, im Ryanair-Vorstand für das operative Geschäft zuständig, unserer Redaktion. „Wir bitten alle Fluggäste, normal zu ihren Flügen an den Flughafen zu kommen.“ Sollte es Verzögerungen geben, werde man sie über den Tag aufholen.

Am Mittwoch hatten sich Vertreter der Gewerkschaft mit dem Ryanair-Management getroffen. Die Fluggesellschaft berichtete danach, man wolle sich am 5. Januar zu weiteren Gesprächen treffen. Ryanair zeigte sich zuversichtlich, „mit VC eine Vereinbarung für alle deutschen Piloten des Unternehmens abzuschließen“.

Für VC stellte sich die Lage anders dar: „Ryanairs öffentlichkeitswirksame Offerte, Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, kann nur als weiterer PR-Gag eingestuft werden“, so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. Erste Verhandlungsgespräche seien von Seiten der Airline kurzfristig abgesagt worden, weil der Arbeitgeber zwei der fünf VC-Tarifkommissionsmitglieder abgelehnt habe.

Passagiere sollen sich an Ryanair wenden

„Aus Sicht der VC zeigt diese Ablehnung deutlich, dass die Grundsätze gewerkschaftlicher Autonomie von Ryanair missachtet werden und ein Einstieg in konstruktive Verhandlungen nicht gewünscht ist.“ Vielmehr spiele Ryanair weiter auf Zeit und verhindere damit den Einstieg in Tarifverhandlungen, so Schumacher weiter.

Die Pilotengewerkschaft bedauerte in einer Mitteilung die Auswirkungen auf die betroffenen Passagiere, Kabinenbesatzungen und Bodenmitarbeiter und riet Reisenden, sich wegen ihrer geplanten Flüge direkt an Ryanair wenden: Nur das Unternehmen selbst könne sagen, welche Flüge durchgeführt würden.

Ryanair macht eigenen Piloten Zugeständnisse
Ryanair macht eigenen Piloten Zugeständnisse