Hamburg

Eine Wohnzimmerlesung als Weihnachtsgeschenk

Isabel Bogdan
liest in Wohnzimmern

Isabel Bogdan liest in Wohnzimmern

Foto: Roland Magunia / HA

Wie man Autoren abendweise buchen kann – auch Hamburgerinnen machen mit. Kostenpunkt ist eine Spende von mindestens 100 Euro.

Hamburg.  Mit Literatur kann man zu Weihnachten richtig schön schenken, das sowieso – und gleichzeitig Gutes tun, weil: Mit jeder gelesenen Seite erweitert sich der Horizont (oder so). Wer den Aspekt des Gutes-Tuns noch erweitern will und noch auf der dringenden Suche nach einem Geschenk ist, dem sei an dieser Stelle aber das etwas andere Literaturgeschenk ans Herz gelegt. Verschenken Sie eine Wohnzimmerlesung! Eine Autorenlesung? In den eigenen vier Wänden? Geht wirklich: Möglich macht dies die Vereinigung Autoren helfen, die sich seit 2015 für humanitäre und soziale Anliegen einsetzt. Die bislang letzte Kampagne, „Bücher, nicht Boote“, brachte den „Flüchtlingspaten Syrien“ 48.000 Euro.

Was wollen wir schenken? Die Tipps der Abendblatt-Redaktion

Mit Benefizlesungen und Bücherversteigerungen wirbt die Initiative Spendengelder ein, und das jetzt zu Weihnachten mit einem speziellen Angebot: dem Dichter noch dichter zu sein am diesmal ganz privaten Publikum. Kostenpunkt je Lesung ist eine Spende von mindestens 100 Euro. Im gesamten deutschsprachigen Raum sind 160 Autoren an der Aktion beteiligt. In Hamburg und Umgebung sind unter anderem Katrin Seddig, Alexandra Fröhlich und Isabel Bogdan mit dabei.

Ein Gläschen trinken, was Hübsches vorlesen

„Wir sind gut vernetzt und sind wirklich dankbar dafür, dass sich so viele engagieren – auch etliche Bestseller- und Hochliteraturautoren, die sich nicht zu fein dafür sind, für den guten Zweck in die gute Stube eines Spenders zu kommen“, sagt Maria Knissel von Autoren helfen. Die meisten ihrer Kollegen, erzählt sie, seien gleich dabei gewesen, „weil es eben um einen wirklich guten Zweck geht: medizinische Hilfe für Bedürftige auf den griechischen Inseln durch die Hilfsorganisation DocMobile medical help“. Die Organisation stellt in Krisengebieten mobile Arztpraxen zur Verfügung.

Die unvergleichliche Katrin Seddig („Eheroman“, „Das Dorf“) fasst ihr Engagement für Autoren helfen bündig zusammen: „Wir können ja nicht alle in die Flüchtlingscamps fahren. Ich kann, zum Beispiel, auch niemanden operieren. Ich kann aber schreiben und vorlesen.“ Sie selbst sei „ziemlich gut in Wohnzimmern, ich mach mich gut in Sesseln, ich trink auch gern ein Gläschen und lese was Hübsches vor, oder auch was Böses, und die Leute können mit mir reden, auf ihrer eigenen Couchgarnitur – dann ist das doch was Nützliches und was sehr Exklusives gleichzeitig“.

100 Euro für Menschen in Not

Seddigs Kollegin Isabel Bogdan („Der Pfau“) unterstreicht ebenfalls die beiden unterschiedlichen Aspekte der Wohnzimmerlesung, die beide dennoch untrennbar zusammengehören: „Es werden (mindestens) 100 Euro für Menschen in Not gespendet, und vielleicht kann ich das Publikum noch motivieren, etwas draufzulegen. Mich selbst ,kostet‘ es nur einen einzigen Abend.“ Sie sei fest überzeugt, dass dieser Abend sehr schön werde, und alle hätten etwas davon, „ich, der Schenker, seine Freunde und Familie und natürlich DocMobile“.

Wohnzimmerlesungen Gewünscht sind Veranstaltungen mit etwa 10 bis 15 Zuhörern. Informationen und Buchungen im Internet unter www.autorenhelfen.org/ verschenke-eine-wohnzimmerlesung