Hamburg

Frau ersticht ihren Lebensgefährten mit Küchenmesser

Hamburgerin steht wegen Totschlags vor Gericht.Sie hatte 1,68 Promille

Hamburg. Sie fügten sich „wechselseitig körperliche Verletzungen“ zu, wie es in der Anklage heißt. Dann stach Marieta M. mit einem großen Küchenmesser zu und tötete ihren 53 Jahre alten Lebensgefährten. Seit diesem Mittwoch, fast sechs Monate nach der Tat, steht die 55-Jährige vor dem Schwurgericht, die Anklage lautet auf Totschlag.

Gegen 3 Uhr am 24. Juni soll die Angeklagte mit ihrem Partner in der gemeinsamen Wohnung an der Gutenbergstraße im Stadtteil Stellingen in einen Streit geraten sein. Kurz darauf meldete sich Marieta M. beim Polizeinotruf und teilte mit, dass ihr Partner die gemeinsame Wohnung nicht verlassen wolle.

Noch bevor die Beamten eintrafen, eskalierte die Situation: Die alkoholisierte 55-Jährige (1,68 Promille) kehrte mit einem Küchenmesser ins Wohnzimmer zurück – offenbar um ihren Partner nun zum Gehen zu zwingen. Als der jedoch auf dem Sofa sitzen blieb und die Wohnung trotz weiterer Aufforderungen nicht verließ, stach Marieta M. ihm mit dem Messer in die linke obere Brust. Das Opfer erlitt einen Lungendurchstich, schleppte sich schwer verletzt bis zur Haustür und brach dort zusammen. Die Angeklagte hatte zwar noch die Rettungskräfte alarmiert – für ihren Partner kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch wurde im Beisein des Nebenklägers – es handelt sich um den Sohn des Opfers – lediglich die Anklage verlesen, beim nächsten Termin am 8. Januar will sich Marieta M. dann zu den Tatvorwürfen äußern. Es sei mit einer längeren, schriftlichen Einlassung zu rechnen, kündigte ihre Verteidigerin an. Ein Urteil wird nicht vor dem 19. März erwartet.