Industrie

Hamburg will Vorreiter bei 3-D-Druck werden

Wirtschaftssenator
Frank Horch
stellte den
Masterplan
Industrie vor

Wirtschaftssenator Frank Horch stellte den Masterplan Industrie vor

Foto: Klaus Bodig / HA

Hansestadt ergänzt Masterplan Industrie um zwei neue Themenfelder. Die Opposition äußert sich allerdings kritisch.

Hamburg.  Wer mit Firmenmanagern über die wichtigsten Zukunftsthemen spricht, hört immer wieder zwei Schlagwörter: Industrie 4.0 und 3-D-Druck. Die Hansestadt will beide Handlungsfelder nun fördern. Beide Bereiche wurden in den Masterplan Industrie aufgenommen, teilte der Senat am Dienstag mit. Die Weichen für die Zukunft der Branche würden global gestellt, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). „Wir müssen uns als Standort an die Spitze der Bewegung setzen.“ Und der Hamburger Industrieverbands-Chef Michael Westhagemann ergänzte: „Gerade für den Industriestandort Hamburg sind diese digitalen Handlungsfelder von besonderer Bedeutung.“

Ein hohes Niveau habe Hamburg beispielsweise beim 3-D-Druck, so Horch. Das Laserzentrum Nord und die Luftfahrt gelten als Vorreiter. So fliegen in den Airbus-Flugzeugen Hunderte Teile, die aus der additiven Fertigung stammen. Dabei werden die Teile aus Pulver Schicht für Schicht im Drucker aufgebaut. Das spart drastisch Material und senkt die Herstellungskosten. „Im Metalldruck haben wir mittlerweile eine hohe Kompetenz“, sagte Horch. Diese gelte es nun, auch auf Kunststoffe und andere Materialien zu übertragen.

Zugpferd für andere Branchen

Im Masterplan vereinbarten Stadt, Industrieverband, Handelskammer und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mehrere Ziele: So soll beispielsweise die technologische Führerschaft im 3-D-Druck in der Luftfahrttechnik ausgebaut und zu einem Zugpferd für andere Branchen werden. Die Forschung soll gestärkt, Wissenschaftler und Wirtschaft miteinander vernetzt und der 3-D-Druck-Standort Hamburg durch Marketing bekannter gemacht werden. Es soll ein Schaufenster für 3-D-Druck eingerichtet werden, um das Thema erlebbar und anfassbar zu machen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Kurse kritisierte die Pläne als weitere, nette Worte des Senators: „Hamburg soll die Chancen des 3-D-Drucks nutzen, aber dafür muss der Senat endlich ein Standortkonzept für Hamburg entwickeln.“

Beim Thema Industrie 4.0 soll laut Masterplan zum Beispiel das produzierende Gewerbe besser mit IT-Firmen verknüpft und bestehende Angebote der Förderbank für Innovationen bekannt gemacht werden. Als wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Industrie 4.0 wurde der schnelle Ausbau des Breitbandnetzes ausgemacht.