Hamburg

Anna Depenbusch verzaubert den Mojo Club

Anna Depenbusch live

Anna Depenbusch live

Foto: picture alliance / Eventpress Hoensch

Die Liedermacherin legt auf St. Pauli einen fulminanten Abschluss ihrer Tour hin. Im Februar geht es für Depenbusch noch höher hinaus.

Hamburg.  Der Weg ins Mojo führt an diesem Montagabend über die nasskalte Reeperbahn. Fröstelnd drängeln sich Besucher an den Glühweinständen, vergebens buhlt eine Sängerin auf der kleinen Bühne des Weihnachtsmarkts um Fans. Doch drinnen im Mojo knipst um kurz nach acht eine schlanke Frau im ärmellosen braunen Kleid Licht und Heizung an. Es wird warm. Inwendig warm.

Genau hier, sagt Anna Depenbusch, habe sie den Abschluss ihrer Tour feiern wollen. In einem Club auf dem Kiez. Nur ein paar Meter weiter, in einem Laden am Spielbudenplatz, entdeckte sie vor 13 Jahren der Liedermacher Michy Reincke und produzierte 2005 ihre erste CD „Ins Gesicht“. Und wieder nur 15 Fußminuten weiter Richtung Elbe sang Anna Depenbusch fünf Jahre später bei „Inas Nacht“ in der Seemannskneipe Schellfischposten, die Initialzündung ihrer Karriere.

Anna Depenbusch dankt ihren Förderern

Ausdrücklich dankte sie im Mojo ihren Förderern Reincke und Ina Müller, ohne die beiden, sagt sie, hätte sie diesen Weg nicht gehen können. 30 Jahre ist Anna Depenbusch im Oktober geworden, Kritiker feiern ihre Alben und Konzerte, 2012 hat sie den Deutschen-Chanson-Preis erhalten. Ihre Bandkollege wie Ulrich Rode (Gitarrist unter anderem für die Kölsch-Rocker Bap) und Anne de Wolff (Posaune, Cello, Violine Gesang für Bap, Bosse und Fury in the Slaughterhouse) gehören zur ersten Garde deutscher Studiomusiker.

Am 3. Februar Konzert in der ausverkauften Elbphilharmonie

Der Abend im Mojo zeigt, warum auch ein Star wie Mark Forster mit ihr Duette eingesungen hat. Anna Depenbusch singt schlicht großartig, mühelos wechselt sie zwischen Jazz, Chanson und Pop. Wie viele andere ihre Fachs stapelt sie Beziehungskisten mit ihren Liedern, doch ihr Humor, ihre Ironie, ihr Sentiment ist feiner, voller Poesie. An manchen Tagen, sagt sie, sitze sie in ihrem Musikzimmer am Klavier und warte auf Eingebungen. Dienstbereitschaft, nennt sie das. Mit voller Überzeugung, dass die Lieder, die ihr dann irgendwann zu fliegen werden, eigentlich schon geschrieben sind.

Am 3. Februar wird Anna Depenbusch wieder in ihrer Heimatstadt singen. Solo, Elbphilharmonie, Großer Saal, viel mehr geht nicht. Sie wird an diesem Wintertag auch Hamburgs neuem Wahrzeichen erwärmen. Allein: Dieser Abend ist längst ausverkauft. Wie schade.