Fluglärm

Nachtflugverbot in Hamburg soll strikter werden

Kommission schlägt vor, dass verspätete Flüge künftig nur noch bis 23.30 Uhr am Hamburg Airport landen dürfen.

Hamburg. Verspätete Flugzeuge sollen künftig nur noch bis 23.30 Uhr auf dem Hamburger Flughafen landen dürfen, wenn sie sich aus nachweisbar unvermeidbaren Gründen verspäten. Das empfiehlt die Fluglärmschutzkommission (FLSK) des Hamburger Flughafens, ein Beratungsgremium mit Vertretern der Bezirke und Anliegergemeinden des Airports sowie Fluggesellschaften und weiteren Fachbehörden. Zu entscheiden hat über den Vorschlag die Hamburger Wirtschaftsbehörde, die als Genehmigungsbehörde für den Luftverkehr zuständig ist.

Hintergrund für den Vorschlag der FLSK sei die seit einiger Zeit besorgniserregende Zunahme verspäteter Starts und Landungen und die damit verbundene Beeinträchtigung der Nachtruhe, heißt es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Hamburg begrüßt die Empfehlung der Fluglärmschutzkommission. „Die Proteste zeigen erste Wirkung. Das ist gut so", sagt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer Hamburg. Der Vorschlag der Kommission sei aber allenfalls ein halber Schritt in die richtige Richtung. "Das Aus für die Verspätungsregelung muss auch für Landungen ab 23.00 Uhr gelten. Und es muss vor allem der nächste Schritt folgen: Ein konsequentes Nachtflugverbot ab 22 Uhr. Derzeit landen und starten alle drei Minuten Flugzeugen zwischen 22 und 23 Uhr". Das sei ein unerträglicher Zustand für Zigtausende Anwohner.

Für den Hamburger Flughafen gilt ein Nachtflugverbot von 23 bis 6 Uhr mit einer Verspätungsregelung bis 24 Uhr für Flugzeuge, die es aus unvermeidbaren Gründen nicht ganz geschafft haben, pünktlich zu landen. Bis Ende Oktober waren das 919 Flüge. Ungefähr drei Viertel davon erreichen den Flughafen bis 23.30 Uhr, der Rest noch später. Diese Flüge könnten Hamburg künftig nicht mehr erreichen, sollte die Empfehlung der Kommission angenommen werden.