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Treppe zu Sagebiels Fährhaus sackt ab

Sind Erdbewegungen die Ursache? Anwohner und Spaziergänger in Sorge. Politiker wollen schnelle Klärung

blankenese. Die steile Treppe vom Elbstrand hinauf zu Sagebiels Fährhaus ist total marode und an vielen Stellen abgesackt. Besorgte Anwohner und Spaziergänger haben sich jetzt an Bezirkspolitiker gewandt, auch das Bezirksamt ist mittlerweile alarmiert. Ihre Forderung: Die Treppe muss unbedingt gesichert werden, bevor ein Unglück geschieht.

Die Besichtigung offenbart die Misere auf den ersten Blick. Viele der knapp 125 Stufen haben tiefe Risse, die schmalen Plateaus zwischen den einzelnen Treppenabschnitten sind total uneben. An einigen Stellen ist ein gefahrloses Weitergehen kaum noch möglich – zumal das Geländer abschnittsweise ebenfalls abgesackt ist.

„Ich schaue mir schon den ganzen Sommer über an, wie die Treppe verfällt, jetzt wurde mir das Ganze zu heikel“, sagt Geigen- und Klavierlehrerin Katharina Apostolidis, die Bezirkspolitiker per Mail und Telefon alarmiert hat. „Wenn nicht bald etwas geschieht, sind die ersten schweren Unfälle nur eine Frage der Zeit, und man kann auch gar nicht ausschließen, dass die ganze Treppe irgendwann vom Hang abrutscht.“ Die alarmierten Politiker versprechen schnelle Hilfe Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok sagt: „Dank der Aufmerksamkeit Blankeneser Bürger habe ich davon erfahren und in der Angelegenheit umgehend das Bezirksamt kontaktiert. Der Eigentümer ist nun in der Pflicht, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen.“

Doch allen Beteiligten ist auch klar: Mit einer einfachen Sanierung der Treppe ist es nicht getan. Denn die starken Verwerfungen deuten darauf hin, dass der Elbhang an dieser Stelle in Bewegung ist und zentimeterweise abrutscht. Die genaue Ursache ist bislang unklar, entsprechend gibt es jetzt auch weiterreichende Forderungen. Der CDU-Bezirkspolitiker Sven Hielscher sagt: „Die Sicherheit muss wieder hergestellt werden, aber es gilt auch, dabei die Ursachen zu klären.“ Doch die Rechtslage ist nicht so einfach, weil die Treppe kein öffentlicher Grund, sondern Privat­besitz ist. Wie Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamts Altona, sagt, sei das Problem mit der Treppe im Amt bekannt, die Bauabteilung stehe auch mit dem Besitzer in Kontakt. Laut Roehl sei dieser darauf hingewiesen worden, dass er haftbar gemacht werden könne, sobald einem Besucher etwas auf der abschüssigen Treppe passiere.

Die Treppe und das Grundstück, auf dem Sagebiels Fährhaus steht, gehören dem Vernehmen nach nicht mehr den Nachfahren der Familie Sagebiel. Wie Alteigentümer Dieter Sagebiel auf Nachfrage sagte, sei das Immobilien­paket „in andere Hände“ übergegangen. Die Gastronomie des legendären Fährhauses ist verpachtet und wurde im vergangenen Juni nach aufwendiger Renovierung wieder eröffnet.