Altstadt

Warum der Umzug der Alsterschwäne länger dauert

Altstadt.  Normalerweise ist der Umzug der Alsterschwäne ins Winterquartier reine Routine. Jedes Jahr im Herbst fängt Schwanenvater Olaf Nieß mit seinem Team die weißen Vögel ein und bringt sie mit kleinen Booten zum Eppendorfer Mühlenteich. Doch nachdem die Tiere vor einem Jahr wegen der Vogelgrippe früher als geplant ihr Quartier beziehen und den Winter unter einem Schutzzelt verbringen mussten, gibt es auch in diesem Herbst eine Besonderheit. Zwar hat Nieß gestern fast 60 Schwäne, darunter neun Jungtiere, erfolgreich zum Mühlenteich gebracht. Aber bis alle 120 Vögel eingefangen sind, kann es noch dauern. Grund ist der Sturm „Xavier“, der im Oktober über Hamburg wütete. Er habe bei den Schwänen „Fluchtreflexe“ ausgelöst, sagt Olaf Nieß, Leiter des Hamburger Schwanenwesens. „Die Tiere haben sich in die Nebenkanäle zurückgezogen, weil der Wind zu stark und die Wellen zu hoch waren.“ Die Schwäne nun aus den Alsterkanälen zu holen, könne also länger dauern als die geplanten drei Tage. Unter Umständen kann sich der Umzug sogar noch eine Woche hinziehen.

Zudem beklagt der Schwanenvater mehrere Unfälle. „Wir hatten in diesem Jahr sehr viele Abstürze, Tiere mussten im Straßenverkehr und im Bahnbereich notlanden“, sagt Nieß. Erst vergangene Woche musste ein verletzter Schwan aus dem Gleisbereich zwischen dem Hauptbahnhof und dem Dammtor-Bahnhof gerettet werden. Häufig brauchen die verirrten Tiere auch die Hilfe der Feuerwehr, da sie sich nicht aus eigener Kraft aus ihrer misslichen Lage befreien können.