Kreuzfahrten

Nach Walfang-Shitstorm – Udo Lindenberg einigt sich mit Tui

Udo Lindenberg und der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3", Ioannis Anastasiou (r.), unterhalten sich auf der Brücke (Symbolfoto)

Udo Lindenberg und der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3", Ioannis Anastasiou (r.), unterhalten sich auf der Brücke (Symbolfoto)

Foto: dpa

Kreuzfahrten zu den Färöer-Inseln sind wegen der dort praktizierten Waljagd in der Kritik. Nun gibt es offenbar einen gemeinsamen Plan.

Hamburg. „Danke Udo, dass du wieder einmal etwas bewegst. Nicht nur Sprüche reißen sondern auch anpacken...solche Männer braucht das Land!“ „Danke Udo, du bist großartig.“ „Einer, der mal seine Prominenz sinnvoll einsetzt.“ Das sind nur drei von fast 150 Kommentaren, die sich unter einem aktuellen Facebook-Post von Udo Linderberg wiederfinden. Der Grund für das überschwängliche Lob: Der Musiker hat sich mit der Kreuzfahrtreederei Tui Cruises zusammengesetzt, um zu verhindern, dass sie weiterhin die Färöer-Inseln im Nordatlantik mit ihren Schiffen anläuft.

Auslöser für Lindenbergs Engagement war ein Shitstorm

Das Gespräch zwischen Udo Lindenberg und den Verantwortlichen bei Tui Cruises verlief demnach positiv. Am Freitag vermeldete der Panik-Rocker via Facebook, dass Tui Cruises erwäge, „ab 2020 die Färöer Inseln nicht mehr anzulaufen“. Sich dafür einzusetzen, hatte der Musiker seinen Fans bereits Ende August zugesagt.

Zum Hintergrund: Zuvor hatte Udo Lindenberg einen Shitstorm auf Facebook geerntet, da er dort Werbung für den „Rockliner 5“ gemacht hatte – Anfang September war er samt Orchester und rund 2500 Fans an Bord von „Mein Schiff 3“ in Richtung Dänemark unterwegs gewesen. Für Tierschützer ist seine Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen völlig unverständlich. Sie kritisieren, dass Tui Cruises als letzte verbliebene Gesellschaft die Färöer anlaufe und den Walfang vor Ort konsequent ignoriere. Die dortige Jagd auf Grindwale wird von den Inselbewohnern bereits seit Jahrhunderten praktiziert und von Tierschützern seit Langem kritisiert.

Tui suche Dialog mit den Einheimischen

Dass nun auch er ins Visier der Tierschützer geraten war, wollte Tierfreund Udo Lindenberg offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Er versprach seinen Fans, aktiv zu werden. Mit Erfolg. Am Freitag teilte er auf Facebook mit, dass Tui Cruises nach dem gemeinsamen Gespräch nun eine Kommission eingesetzt habe, „um alle Fakten und Argumente noch mal durchzuchecken.“ Zudem suche die Kreuzfahrtreederei jetzt gezielt den Dialog mit den Einheimischen. „Aber wenn das alles nichts bringt, müssen wir zusammen andere Maßnahmen ergreifen: Tui Cruises erwägt, ab 2020 die Färöer Inseln nicht mehr anzulaufen “, schreibt Udo Lindenberg. Ein Sprecher von Tui Cruises bestätigte auf Abendblatt-Nachfrage, dass man eine Einigung erzielt habe.