Hamburg

Nacht des Wissens – sehen, wie Hamburg Roboter baut

Der studentische Mitarbeiter Hasib Shafaq vom Lehrstuhl für Produktionstechnik der Hochschule für angewandete Wissenschaften steuert einen Roboter mit Gesten

Der studentische Mitarbeiter Hasib Shafaq vom Lehrstuhl für Produktionstechnik der Hochschule für angewandete Wissenschaften steuert einen Roboter mit Gesten

Foto: Axel Heimken / dpa

58 Einrichtungen bieten am 4. November mehr als 1000 Veranstaltungen, viele sind auch für Kinder. Gratisbusse ab Jungfernstieg.

Hamburg.  Der Gang durch das virtuelle Büro fällt der Wissenschafts-Staatsrätin dann doch etwas schwer. Mit einer dicken 3-D-Brille auf dem Kopf und einem Steuerungsgerät in der Hand bewegt sich Eva Gümbel vorsichtig tastend im Kreis. Um sie herum stehen Studenten und Professoren – und beobachten auf einem großen Bildschirm, wie sich die Bewegungen der Grünen-Politikerin in der virtuellen Welt zwischen Industrierobotern, Schreibtischen und virtuellen „Kollegen“ widerspiegeln, während sie in Wirklichkeit mitten im Raum 214 der Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) steht.

Ein Gefühl, das dort am Sonnabend, 4. November, auch Besucher der Hamburger Nacht des Wissens erfahren können. Mehr als 58 Einrichtungen wie das „Zentrum für industrielle Robotik“ der HAW beteiligen sich daran und haben gut 1000 Programmpunkte aus nahezu allen Wissenschaftsbereichen Hamburgs zusammengestellt.

Im Desy geht’s schon um 12 Uhr mittags los

Zukunftstechnik wie die HAW-Roboter ist zu erleben, aber auch Themen wie Archäologie, Medizin und Kunst. Experimente, Mitmachaktionen und Vorträge werden von 17 bis 24 Uhr geboten. Nur im Deutschen Elektronen-Synchrotron (Desy) und in den angrenzenden Partner-Institutionen geht es schon um 12 Uhr mittags los: Dort wird parallel zur Nacht des Wissens ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Rund 230 Veranstaltungen richten sich speziell auch an Kinder, Busse bringen die Besucher gratis zu den einzelnen Veranstaltungsorten – auch ins Roboter-Zentrum der HAW, wo die Staatsrätin am Mittwoch mit einem praktischen Beispiel das Programm dieser seit 2005 alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltungsreiche vorstellte. Ihre „Reise“ in ein virtuelles Büro hat einen handfesten Hintergrund. Forscher und Studenten der HAW arbeiten beispielsweise daran, wie Fachleute für Industrieroboter in mehreren Ländern zusammenarbeiten können – ohne ihre eigentlichen Arbeitsplätze zu verlassen. Man tüftelt dann in einer virtuellen Umgebung an einem solchen Gerät, schaut vielleicht bei einem anderen Experten ab, wie sich ein Chip schnell wechseln lässt, und setzt dann diese Erkenntnisse jeweils in der eigenen realen Werkstatt um.

2015 schließlich waren es bereits 31.000 Besucher

Eröffnet wird die Nacht des Wissens durch Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) um 17 Uhr auf dem Jungfernstieg, wo sich in „Wissenschaftszelten“ mehrere Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus der Metropolregion Hamburg präsentieren und einen ersten Einblick in ihre Arbeit geben. Von dort starten dann auch die Shuttlebusse. Zum Tag der offenen Tür bei Desy pendelt zusätzlich ein Bus-Shuttle im Acht-Minuten-Takt, der bereits in der Zeit von 12 bis 16.30 Uhr zwischen Jungfernstieg und Desy fährt.

Wer bei der Fülle der Angebote nicht weiß, wohin es gehen soll, kann mithilfe des Internets leicht sein individuelles Programm zusammenstellen. Unter der Adresse www.ndwhh.de kann man mehrere Filter einstellen – und beispielsweise nur nach Stadtteilen sortieren, nach Mitmachaktionen, Interessengebieten oder auch nach speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche suchen. Das Ergebnis ist dann ein persönlicher „Fahrplan“ durch diese besondere Nacht.

Erstmals fand eine solche nächtliche Tour zu den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt 2005 statt. Seinerzeit zählte die Wissenschaftsbehörde 12.000 Besucher, 28 Einrichtungen hatten sich beteiligt. 2015 schließlich waren es bereits 31.000 Besucher. Für dieses Jahr erwartet die Behörde nun noch einmal eine Zunahme der Besucherzahl.