Amtsgericht Harburg

Prozess gegen Todesfahrer von Rothenburgsort startet

Der damals 31-Jährige raste mit 150 km/h über die Billstraße und krachte gegen einen Baum. Zwei Mitfahrer kamen dabei ums Leben.

Hamburg. Er soll alkoholisiert mit mindestens 150 km/h über die holprige Billstraße in Rothenburgsort gebrettet sein, dann verlor der damals 31-jährige Golf-Fahrer die Kontrolle über sein Auto. Am Ende waren zwei Mitfahrer tot. Er selbst und ein weiterer Insasse wurden schwerst verletzt. Die vier Männer waren Kollegen und arbeiteten als Möbelpacker.

Jetzt muss sich der inzwischen 32-jährige Fahrer ab kommenden Donnerstag vor dem Amtsgericht in Harburg verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer: Fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie Gefährdung des Straßenverkehrs. Zudem soll er unter Alkoholeinfluss gestanden haben, als er am 24. August 2016 gegen 20.30 Uhr mit seinem Golf durch Rothenburgsort gerast war. Erlaubt ist dort nur Tempo 50.

Golf flog aus der Kurve und kollidierte mit einem anderen Auto

In Höhe der Hausnummer 228 wurde der Golf aus der Kurve getragen und krachte zunächst gegen einen am Straßenrand geparkten Mercedes und dann frontal und gegen ein Baum. Das Auto fing Feuer, Anwohner retteten die Schwerverletzten. Doch für den 35-jährigen Beifahrer und einen 21-Jährigen auf der rechten, hinteren Sitzbankhälfte kam jede Hilfe zu spät. Sie erlitten tödliche Verletzungen an Schädel und Halswirbel. Ein dritter, 28-jähriger Kollege, der hinten links saß, wurde ebenfalls schwer am Kopf verletzt und musste mehrfach operiert werden.

Vor kurzem hat die Polizei Hamburg eine neunköpfige Arbeitsgruppe gegen Raser ins Leben gerufen. Die Kontrollgruppe "Autoposer" soll PS-Protze jagen. Das erste Resultat Mitte Oktober: 20 sichergestellte Fahrzeuge, sechs unter Drogen oder Alkoholeinfluss stehende Fahrer und zahlreiche Anzeigen.

( at )

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