Hamburg

So reagiert die Opposition auf die Grasbrook-Pläne

Die CDU fürchtet Nutzungskonflikte, Linke kritisiert „Verkündigungspolitik“

Hamburg.  Die Pläne für den neuen Stadtteil Grasbrook haben viele Reaktionen ausgelöst. Eine Auswahl:


André Trepoll, CDU-Fraktionschef: „Ich begrüße, dass der Senat endlich seine lange hinter verschlossenen Türen vorbereiteten Pläne für die Weiterentwicklung des Grasbrooks präsentiert. Wir fragen uns jedoch, wie Hafenwirtschaft, Industrie und Wohnen auf engstem Raum ohne Nutzungskonflikte realisiert werden sollen. Der Hafen darf durch die Entwicklung nicht benachteiligt werden. Warum Olaf Scholz keine breite stadtentwicklungspolitische Debatte zuließ, wird wie so oft sein Geheimnis bleiben.“


Heike Sudmann,Linke-Bürgerschaftsfraktion: „Das ist Verkündungspolitik à la Scholz. Senat, Unternehmensverband Hafen Hamburg und Industrieverband Hamburg kungeln mal eben einen neuen Stadtteil aus. Viele Fragen waren schon bei der Olympiaplanung offen geblieben: Ist ein Nebeneinander von Wohnen und Hafen mit teilweise gesundheitsgefährdenden Immissionen überhaupt möglich? Wie soll die Hafenentwicklung aussehen, wenn ein neuer Stadtteil auf dem Grasbrook entsteht?“


Jens P. Meyer, FDP-Bürgerschaftsfraktion: „Aus stadtentwicklungspolitischer Sicht ist es nach der gescheiterten Olympiabewerbung überfällig, das Gelände für den dringend benötigten Wohnraum zu entwickeln. Es ist allerdings befremdlich, dass Rot-Grün solche Planungen trotz konkreter Nachfragen stets verneint und damit die Öffentlichkeit und die Bürgerschaft getäuscht hat.“


Detlef Ehlebracht,AfD-Fraktion: „Das Projekt ist zu begrüßen, zumal es im Einklang mit der Hafenwirtschaft realisiert werden soll.“


Johann Killinger,Vizepräses der Handelskammer: „Die Debatte über mögliche neue Nutzungen im Hafen ist grundsätzlich sinnvoll, weil die Stadt wächst und attraktive Flächen für Gewerbe und Wohnen dringend braucht. Im Hafen gibt es Potenzial für eine Verdichtung ohne Leistungsverlust, nicht zuletzt im mittleren Freihafen.“


Alexander Porschke,Vorsitzender des NABU Hamburg:„Die Überwindung der Widerstände gegen eine Umnutzung des Grasbrooks ist ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“