Altona

Im Krankenhaus ist zu wenig Zeit für Hand-Desinfektion

Altona.  Blut abnehmen, Verbände wechseln, Infusionen legen – um zu verhindern, dass hierbei gefährliche antibiotikaresistente MRSA-Keime übertragen werden, müssten sich Ärzte und Pflegepersonal vor und nach jedem Patientenkontakt ausgiebig die Hände desinfizieren. 30 Sekunden Einwirkzeit empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Zwei Stunden pro Schicht würde die ordnungsgemäße Handhygiene dauern.

Dass dabei der Krankenhausablauf gefährdet würde, zeigte der Aktionstag „Händedesinfektion? Klar, nur wann?“, zu dem Ver.di gestern aufgerufen hatte. Von 6 bis 9 Uhr wollten Beschäftigte der Asklepios-Häuser St. Georg und Altona demonstrieren, zu welcher Zeitverzögerung die richtige Handhygiene führt. Schon um 8 Uhr brachen die Teilnehmer die Aktion ab. „Die Beschäftigten hätten ihre Patienten sonst nicht ordentlich versorgen können“, sagt Dr. Arnold Rekittke von Ver.di Hamburg. „Es ist bitter, dass für eine ordnungsgemäße Hygiene keine Zeit ist. Noch so viel Einsatz kann nicht ausgleichen, dass überall Personal fehlt.“

In Hamburg fehlen nach Angaben der Gewerkschaft 4200 Stellen – weshalb sie Personalvorgaben per Gesetz fordert, ähnlich wie es sie für pflegesensitive Bereiche gibt. Denn mehr Personal bedeutet mehr Zeit für die wichtige Handhygiene. Die Zahl der MRSA-Fälle geht zwar kontinuierlich zurück. Dennoch gab es bei Asklepios in Hamburg im ersten Halbjahr 2017 noch 626 MRSA-Patienten (2016: 732). Davon hätten sich, so der Konzern, jedoch weniger als zehn Prozent im Krankenhaus mit den Keinem infiziert.