Tarife

2,3 Prozent mehr Geld in Hamburgs Einzelhandel

Arbeit an der Kasse

Arbeit an der Kasse

Foto: imago/R. Oberhäuser

Nach harten Verhandlungen und Warnstreiks bekommen die Beschäftigten in den Läden höhere Löhne.

Hamburg.  Im Tarifkonflikt des Einzelhandels in Hamburg haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine Einigung erzielt. In der fünften Runde der Verhandlungen haben sich am Montag beide Seiten auf 2,3 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. Juli 2017 für die 70.000 Beschäftigten geeinigt, teilte der Handelsverband Nord mit. Zum 1. Mai 2018 sollen weitere 2,0 Prozent hinzukommen. Zudem gibt es im April 2018 eine Einmalzahlung von 50 Euro für Vollzeitarbeitnehmer, Auszubildende erhalten 25 Euro und Teilzeit-Beschäftigte bekommen eine anteilige Einmalzahlung.

Streiks unter anderem im Alsterhaus

In der Tarifauseinandersetzung war es im Hamburger Einzelhandel vom Mai an mehrfach zu Warnstreikrunden gekommen. Betroffen waren unter anderem das Alsterhaus, Galeria Kaufhof sowie Filialen von H&M, Zara und Thalia.

„Jeder zusätzliche Euro, den die Kolleginnen und Kollegen mit ihren Streiks erkämpft haben, ist ein Schutz vor Armut jetzt und im Alter“, sagte dazu Heike Lattekamp von Ver.di. Die Gewerkschaft werde weiter gegen Tarifflucht und Dumpinglöhne und für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzel- und Versandhandel kämpfen, so Lattekamp.

Handel im Strukturwandel

„In keiner anderen Branche wurde in diesem Jahr so intensiv um ein Tarifergebnis gerungen wie im Einzelhandel“, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Sandra Widmaier-Gebauer. „Wir sind froh, jetzt auch für die Hamburger Einzelhandelsunternehmen mit dem Abschluss die Friedenspflicht wieder hergestellt zu haben.“ Das Ergebnis sei allerdings „am Rande des wirtschaftlich Vertretbaren.“ Der Einzelhandel befinde sich in einem Strukturwandel, der vielen Unternehmen zusetze. Jede Entgelterhöhung müsse zunächst verdient werden und das werde für die Unternehmen immer schwerer.