Serie zur Bundestagswahl

Wenn sich die Mieterschaft zu stark verändert

Alexander Wolf
kandidiert für
die AfD

Alexander Wolf kandidiert für die AfD

Foto: Andreas Laible / HA

Alexander Wolf (AfD) über einen Hamburger, der sich in seiner Wohnanlage in Lokstedt nicht mehr wohlfühlt.

Hamburg.  Vor der Bundestagswahl am 24. September hat das Hamburger Abendblatt die aussichtsreichen Hamburger Kandidaten für ein ungewöhnliches Projekt gewonnen: Sie schreiben jeweils über ein Thema, das sie besonders bewegt, eine Person, die sie beeindruckt oder eine Institution in ihrem Wahlkreis, die aus ihrer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient. Heute schreibt Alexander Wolf (AfD). Der Bürgerschaftsabgeordnete ist Direktkandidat im Wahlkreis Eimsbüttel und steht auf Platz zwei der Landesliste seiner Partei.

„Wir schaffen das“, sagte Bundeskanzlerin Merkel (CDU) vor zwei Jahren. Seitdem sind Millionen Menschen nach Deutschland gekommen und haben auch das Leben vieler Deutscher verändert.

Während Politik und Medien auf eine erfolgreiche Integration der „Flüchtlinge“ setzen, leiden zahlreiche Deutsche unter den Folgen des unbegrenzten Zuzugs. Als Bundestagskandidat der AfD fühle ich mich solchen Schicksalen – über die leider selten berichtet wird – besonders verbunden. Daher schreibe ich über einen Hamburger im Ruhestand, der sich in seinem Stadtteil Lokstedt längst nicht mehr heimisch fühlt.

Viele Afghanen und Syrer

„Wir wohnen hier auf gepackten Koffern“, sagt Rüdiger Miosga mit fester und nachdenklicher Stimme. „Seit 2014 hat sich die Lebens- und Wohnqualität in unserer ehemaligen Mietwohnanlage drastisch verschlechtert. Immer habe ich die Gespräche mit meinen Nachbarn von Balkon zu Balkon geschätzt, bin gern mit meinem Hund spazieren gegangen und habe die Ruhe im nahe gelegenen Park genossen. Doch heute muss ich leider sagen: Das ist nicht mehr meine Heimat. Ich will nur noch weg hier.“

So wie Miosga und seiner Lebensgefährtin geht es vielen in der Wohnanlage Grandweg/An der Lohbek – besser gesagt, ging es: Von ehemals 98 Altmieterhaushalten sind aktuell noch 22 übrig, der Rest ist weggezogen. Angefangen hatte der fortschreitende Wegzug im März 2014: Das städtische Unternehmen fördern & wohnen begann, freie Wohnungen der Anlage zu mieten und dort Asylbewerber sowie Wohnungslose einzuquartieren. Immer rascher kippten die Verhältnisse. Heute leben in der Anlage noch gerade einmal 25 Prozent Altmieter. Die Mehrheit stellen neu hinzugezogene Bewohner aus 21 Ländern, darunter sehr viele Afghanen und Syrer.

Massive Lärmbelästigung

Da blieben Probleme des Zusammenlebens leider nicht aus, berichtet Miosga: „Es gab und es gibt eine massive Lärmbelästigung durch laute Rufe und Gespräche bei offenem Fenster. Diese beginnen meist in den Abendstunden. Dann hört man überall Arabisch, Persisch, Russisch – alles durcheinander. Der Pegel ist unglaublich laut – das ist unerträglich.“ Viele ehemalige Anwohner sind deswegen weggezogen, weil sie bei diesem Lärm nicht mehr schlafen konnten und am nächsten Tag übermüdet zur Arbeit gingen.

„Und einige, die es bis jetzt nicht weggeschafft haben, befinden sich in psychotherapeutischer Behandlung und schlucken Stimmungsaufheller.“ Enttäuscht von den Lokalpolitikern, die sich nicht einmal ein Bild von den katastrophalen Zuständen gemacht hätten, wandte sich Miosga Anfang 2017 an die AfD. Diese stellte mehrere Anfragen an den Senat. Ergebnis: Von den neuen Nachbarn hat mehr als die Hälfte kein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland.

Das will ich gar nicht schaffen!

Miosga: „Das ist verantwortungslos. Diese Menschen besitzen kein Bleiberecht, werden aber dennoch nicht abgeschoben? Stattdessen werden sie bereits in unsere Wohnanlage umgesiedelt und stellen dort inzwischen die Mehrheit. Diese Politik hat uns im Handstreich unserer Wohngemeinschaft beraubt; die existiert nicht mehr. Hier ist eine Parallelgesellschaft entstanden und wir restlichen Deutschen werden an den Rand gedrängt. Wenn es das ist, was Merkel mit ihrem Satz ,Wir schaffen das‘ ausdrücken wollte, dann sage ich: Das will ich gar nicht schaffen!“

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