Hamburg

Initiative des Gängeviertels wirft Stadt Blockadehaltung vor

Eine Hofeinfahrt zum Gängeviertel in der Hamburger Neustadt

Eine Hofeinfahrt zum Gängeviertel in der Hamburger Neustadt

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Es geht um die Erbbaufrage. Keine Reaktion auf Lösungsvorschlag der Initiative. Das Bezirksamt hofft weiter auf einen Kompromiss.

Hamburg.  Vor acht Jahren hatten 200 Künstler das vom Abriss bedrohte Gängeviertel besetzt und den Erhalt gefordert. Seitdem ist viel passiert: Einige der baufälligen Häuser wurden saniert, darunter das Herzstück des Viertels, die „Fabrique“, in der regelmäßig Konzerte, Ausstellungen und Partys stattfinden. Doch die Verhandlungen mit der Stadt über die Zukunft des Viertels sind ins Stocken geraten. Die Initiative „Komm in die Gänge“ hatte der Stadt eine erbbaurechtliche Lösung vorgeschlagen – 26 Millionen Euro über 75 Jahre –, aber nach eigenen Angaben noch keine Antwort bekommen.

„Seit acht Monaten blockiert die Stadt die Verhandlungen über die Zukunft und langfristige Sicherung des Gängeviertels“, sagte Sprecherin Christine Ebeling. Nur über Umwege hätte die Initiative erfahren, dass die Stadt erst einmal nicht weiterverhandeln wolle.

Uneinigkeit über das Verfahren

„Das Gängeviertel muss selbstverwaltet in die Zukunft gehen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass es eines Tages Machtspielen geopfert wird“, sagte Ebeling. Wegen der ungeklärten Eigentumsverhältnisse gibt es seit 2015 einen Planungsstopp für die noch nicht sanierten Gebäude. Insgesamt sollen auf dem Areal zwölf Wohnhäuser saniert werden. Dafür stellt die Stadt 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Es herrsche Uneinigkeit über das zukünftige Verfahren, bestätigte Sorina Weiland, Sprecherin des zuständigen Bezirksamts Mitte. „Die Streitfrage lautet: Erbpacht ja oder nein.“ Trotzdem sei sie zuversichtlich, dass es am Ende einen Kompromiss geben werde, „mit dem beide Seiten gut leben können“. „Die Gespräche gehen auf jeden Fall im Herbst weiter“, sagte Weiland.

Vermutungen, die Verhandlungen würden wegen der Ausschreitungen beim G20-Gipfels stocken, wies sie zurück. „Das hat mit G20 nichts zu tun. Die Probleme sind schon Anfang des Jahres aufgetaucht“, sagte Weiland. Aktivisten des Gängeviertels hatten Proteste gegen den G20-Gipfel organisiert und unterstützt.