Hamburg

Kassen belohnen faire Pflegedienste

Wer seine Mitarbeiter tariflich bezahlt, bekommt mehr Geld als andere Anbieter

Hamburg. Pflegedienste in Hamburg erhalten von den Ersatzkassen mehr Geld, wenn sie ihren Beschäftigten Tariflohn zahlen. In dem neuen Vertrag für die häusliche Krankenpflege haben die Ersatzkassen mit der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (AGFW) eine entsprechende Regelung vereinbart, teilte der Verband der Ersatzkassen (vdek) am Montag mit. Den Ersatzkassen sei es wichtig, dass Pflegekräfte in der ambulanten Pflege vernünftig bezahlt werden.

Konkret erhalten Pflegedienste mit Tarifbindung ab 1. Juli eine um 2,5 Prozent erhöhte Vergütung. Für Anbieter, die keinen Tariflohn zahlen, vereinbarten die Vertragspartner ein abgestuftes Verfahren: Dienste ohne Tarifbindung erhalten ein Vergütungsplus von 2,2 Prozent, wenn sie belegen, dass sie die Löhne ihrer Beschäftigten im gleichen Umfang erhöhen. Unternehmen, die weder Tariflohn zahlen noch die Weitergabe des Vergütungsplus an ihre Mitarbeiter nachweisen, erhalten eine Steigerung von lediglich 1,2 Prozent.

„Der Vertrag soll ein Signal an die Pflegedienste sein, noch stärker als bisher auf eine vernünftige Bezahlung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten“, sagte Claudia Straub, vdek-Referatsleiterin Pflege. In Hamburg bieten rund 360 Pflegedienste häusliche Krankenpflege als vorübergehende Unterstützung nach Krankheit oder einem Unfall an.

Zum Verband der Ersatzkassen zählen gesetzliche Krankenkassen wie Techniker, DAK, Barmer, Kaufmännische, Hanseatische und Handelskrankenkasse, nicht jedoch AOK und Betriebskrankenkassen. In der AGFW sind überwiegend tarifgebundene Dienste organisiert.