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SPD und Grüne fordern mehr Chancen für Top-Sportler

hamburg. Wird Hamburgs Top-Sportlern der Zugang zum Studium künftig weiter erleichtert? Die Fraktionen von SPD und den Grünen wollen im September einen entsprechenden Antrag in die Bürgerschaft einbringen.

Bereits seit dem Wintersemester 2012/13 gilt eine sogenannte Profilquote für Leistungssportler. Die Hochschulen können bis zu zwei Prozent der Plätze eines Studiengangs an Angehörige eines Olympiastützpunktes in Hamburg oder Schleswig-Holstein vergeben. Rund 80 Studenten nahmen diese Regelung bis jetzt für sich in Anspruch.

SPD und Grüne wollen diese Regelung nun auf Masterstudiengänge erweitern. Eis Masterstudium dauert in der Regel zwischen zwei bis vier Semester und baut auf ein bereits absolviertes Studium auf. Die regierenden Fraktionen wollen mit einer Vorabquote für Master-Studiengänge duale Karrieren, also die Verbindung von Studium und Beruf, weiter erleichtern und damit die Hansestadt für Leistungssportler noch attraktiver machen.

„Für den Wissenschaftsstandort Hamburg ist es ein Aushängeschild, dass wir akademische Karrieren auch unter sehr individuellen Bedingungen ermöglichen und fördern“, sagt Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Christiane Blömeke, sportpolitische Sprecherin der Grünen, sagt: „Es ist im Spitzensport enorm wichtig, auch an die Zeit nach der Sportkarriere zu denken und mit einer guten Ausbildung vorzusorgen. Um diesen Spagat zu meistern, müssen Spitzensport und Ausbildung miteinander vereinbar sein.“

Der Antrag steht im Zusammenhang mit der neuen Spitzensportförderung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), verabschiedet im Dezember 2016. Der DOSB fordert bundesweit Sonderquoten an den Hochschulen für Top-Sportler. Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 lag der Studierenden-Anteil im Team bei 36 Prozent.

Seite 10 Interview mit DOSB-Vorstand Vesper