Immobilien

Wohnungskauf in Hamburg: Viele legen das Geld auf den Tisch

Wohnungen und Häuser sind für viele Hamburger eine Geldanlage, gerne auch in der HafenCity mit Blick auf die Elbphilharmonie. Die Erben-Generation kann meist ohne Kredit Immobilien erwerben

Wohnungen und Häuser sind für viele Hamburger eine Geldanlage, gerne auch in der HafenCity mit Blick auf die Elbphilharmonie. Die Erben-Generation kann meist ohne Kredit Immobilien erwerben

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Jeder Fünfte braucht keinen Kredit. Die Erben-Generation übernimmt den Immobilienmarkt. 80 Quadratmeter Neubau für fast 400.000 Euro.

Hamburgs Immobilienmarkt wird vermehrt von einer wohl­habenden Erbengeneration geprägt. „Heute bezahlt gut jeder fünfte Im­mobilienkäufer seine Wohnung aus vorhandenem Vermögen“, sagte An­dreas Gnielka, Bereichsleiter Wohn­immobilien bei dem Immobilienunternehmen Grossmann & Berger, dem Hamburger Abendblatt. Vor wenigen Jahren habe die Quote der Barzahler noch zwischen zwölf und 15 Prozent gelegen. „Diese Leute benötigen also gar keine Finanzierung.“

Diese Entwicklung wird von Peter-Georg Wagner, dem stellvertretenden Geschäftsführer des Immobilienverbands Nord (IVD), bestätigt. Man erlebe vermehrt, dass Interessenten erklärte, die Finanzierung mit eigenen Mitteln sei kein Problem, sagte Wagner.

Höchststand an Erbschaften und Schenkungen

Nach den Worten von Gnielka hat man es vermehrt mit Interessenten zu tun, deren Eltern ihnen das Geld vererbt oder ihnen bereits früher einen Teil des Ersparten ausgezahlt haben. „Meist passiert das, wenn die Kinder eine Familie gründen und sesshaft werden“, sagt der Immobilienexperte. „Dann beschäftigen sich Menschen vermehrt mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses.“

Das Statistische Bundesamt hatte erst am Mittwoch von einem Höchststand an Erbschaften und Schenkungen berichtet. 2016 seien von Finanzämtern Vermögensübertragungen in Höhe von 108,8 Milliarden Euro veranlagt worden. Dem Hamburger Immobilienmarktbericht zufolge wurden 2016 in der Hansestadt rund 12.800 Grundstücke, Wohnungen und Häuser verkauft. Der Umsatz habe bei rund 10,2 Milliarden Euro gelegen. Grossmann & Berger vermittelte 2016 den Verkauf von 870 Wohnimmobilien. Deren Kaufpreise summierten sich am Ende auf 276 Millionen Euro.

Nach Gnielkas Worten beeinflussen Erbschaften die Immobilienpreise. „Je mehr Eigenkapital ich zur Verfügung habe, desto größer und teurer kann die Wohnung sein.“ So stieg der Preis für eine Altbau-Standardwohnung – 1. Obergeschoss ohne Fahrstuhl und Einbauküche, 80 Quadratmeter – von 257.000 Euro (2015) auf 281.000 Euro (2016). Bei Neubauwohnungen – Erstbezug, 1. Obergeschoss mit Fahrstuhl und Einbauküche, 80 Quadratmeter – stieg der Preis innerhalb eines Jahres von 353.000 auf 386.000 Euro.