Hamburg

Trommeln gegen den Elbradweg

Der Schlagzeuger Christian von Richthofen engagiert sich beim Bürgerentscheid

Hamburg. Geplant war ein großer Auftritt. Gemeinsam mit Oded Kafri von der Band Drum the world und dem Saxofonisten Victor Millones wollte Schlagzeuger Christian von Richthofen am Sonntag für die Initiative „Elbstrand retten“ auftreten. Am Ende musste von Richthofen alleine trommeln und singen; der Tourbus mit den Kollegen war durch die Cyclassics bei der Fahrt zum Elbstrand gestoppt worden.

Mit der Aktion läutete die Initiative die entscheidende Phase für den Bürgerentscheid am 15. September ein. Das Bezirksamt Altona verschickt inzwischen die Wahlunterlagen. „Elbstrand retten“ kämpft gegen die Bebauung und Erschließung des Strands. Innerhalb von vier Wochen sammelten die Initiatoren 13.000 Unterschriften.

„Dieser Strand muss so bleiben, wie er ist“, sagt von Richthofen. Er sei oft am Strand, seit seinem Umzug nach Hamburg vor nunmehr 40 Jahren gehöre der Elbstrand zu seinen absoluten Lieblingsplätzen in der Stadt. Von Richthofen sieht vor allem die Kinder in Gefahr: „Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder dort sicher spielen können.“ Ein Fahrradweg am Strand berge immer ein Unfallrisiko.

Während Richthofen musizierte, bemalten Mitglieder der Initiative die Mauern am Strand. Auf den Bildern waren Parolen wie „Ja! Für Elbstrand retten. Kein (Rad-)Kombiweg auf dem Strand“ zu lesen. Zwischendurch tuckerte ein kleines Motorboot mit einem Anti-Radweg-Transparent vorbei, beklatscht von den Initiatoren.

Die Gegenseite „Elbstrandweg für alle“ wirbt mit dem Versprechen eines bequemen und barrierefreien Zugangs zu allen Strandabschnitten. Der Strand werde durch die Entfernung der Schlackensteige und durch eine Sandaufspülung größer und schöner. Zudem werde das Hafenpanorama nicht mehr von Büschen und Sträuchern unterbrochen. Der kombinierte Weg für Fußgänger und Radfahrer werde am Rand verlaufen, nicht breiter sein als drei Meter und Sitzbänke bieten.

2012 hatten SPD und Grüne die Bezirksverwaltung aufgefordert, Lösungsvorschläge für einen neuen Elbstrandweg vorzulegen. Die Fraktionen der CDU, der Linken, der FDP und der AfD unterstützen die Initiative „Elbstrand retten“. Deren Vorstandsmitglieder kündigten am Sonntag an, dass sie ihren Kampf in den kommenden Wochen verstärken werden. Der Name der Gegeninitiative sei irreführend. Ihr gehe es in Wahrheit nicht um einen Elbstrand für alle, sondern nur um einen viel zu teuren Radweg.