Rotherbaum

125 Chemie-Doktoranden für mehr als eine Woche ausgesperrt

Rotherbaum. Während der Schließung mehrerer Gebäude der Universität Hamburg haben 125 Chemie-Doktoranden mit ihren praktischen Arbeiten pausieren müssen. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine schriftliche Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Carsten Ovens und Birgit Stöver hervor. Demnach waren von der einwöchigen Außerbetriebnahme aus Brandschutzgründen vier Gebäude des Fachbereichs Chemie mit insgesamt 460 Studierenden und 76 Wissenschaftlern betroffen. 29 Studenten mussten in dieser Zeit ihre Abschlussarbeiten unterbrechen.

Der Betrieb in den 60er-Jahre-Bauten an der Bundesstraße war am Freitag vor zwei Wochen nach Brandschutzprüfungen eingestellt worden. Dabei waren laut Wissenschaftsbehörde „eklatante Mängel“ entdeckt worden. Erst seit dieser Woche sind die Gebäude wieder freigegeben. Behörde und Universität verständigten sich auf Sofortmaßnahmen, wie etwa tägliche Kontrollen sämtlicher Labore. In naher Zukunft sollen Rauchwarnmelder und Brandschutztüren in­stalliert werden. „Die Antworten des Senats werfen eine Reihe von Fragen auf“, sagt Carsten Ovens. Zwar fand die Brandschutzüberprüfung dem Senat zufolge bereits im Mai statt, Sachverständige wurden aber erst am Tag vor der Schließung gehört. „Wenn also ein dringendes Handeln notwendig gewesen wäre, hätte man kaum zwei Monate mit einer Schließung warten müssen“, kritisiert der CDU-Hochschulpolitiker.

Setze der Senat die nun angeordneten Maßnahmen nicht schnell um, müsse erneut eine Schließung erfolgen, so Ovens. Für die Chemie-Doktoranden sei das „der schlimmste anzunehmende Zustand“, wenn sie nicht wüssten, wie sie ihre Promotionen ohne die nötige Infrastruktur fertigstellen könnten.

( schrö )

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