Bei G20-Gipfel

Demonstranten festgesetzt: Ermittlungen gegen Polizisten

Polizisten nehmen bei Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg einen Verdächtigen fest

Polizisten nehmen bei Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg einen Verdächtigen fest

Foto: Bodo Marks / dpa

Laut einer Jugendorganisation hätten sich einige der Jugendlichen nackt ausziehen müssen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Hamburg. Nach einer irrtümlichen Festsetzung eines Busses mit Demonstranten der sozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“ beim G20-Gipfel in Hamburg ermittelt nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ nun die Staatsanwaltschaft gegen Polizeibeamte. Das habe ein Sprecher der Hamburger Polizei der Zeitung mitgeteilt, berichtete die „F.A.S.“ am Sonnabend.

Nach dem Bericht waren die teilweise minderjährigen Leute, darunter auch Mitglieder der Gewerkschaftsjugend und der Alevitischen Jugend, Anfang Juli bei der Anfahrt zur Sonnabend-Demonstration in Hamburg über Stunden ohne nähere Begründung von der Polizei festgehalten und in der Gefangenensammelstelle schlecht behandelt worden. Wie berichtet mussten sich einige der Jugendlichen in einer Gewahrsamzelle nackt ausziehen und wurden abgetastet. „Manche von ihnen brauchen psychologische Hilfe“, sagte Paul M. Erzkamp, Landesvorsitzender der „Falken“, vor wenigen Tagen. Er hatte zuletzt eine Feststellungsklage eingereicht. Die Bürgerrechte der Beteiligten seien "massiv verletzt und ignoriert" worden.

Während der Sitzung des Innenausschusses am 19. Juli hatte Innensenator Andy Grote (SPD) auf Nachfrage eingeräumt, dass die Kontrolle auf einem "Übertragungsfehler" des Buskennzeichens basiert habe, das sei ein Vorgang, "für den man sich nur entschuldigen kann".