Hamburg

Hafen-Präsident schreibt Brandbrief gegen China-Terminal

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Martin Kopp
Ein Containerterminal der HHLA. Chinesen wollen ein weiteres bauen

Ein Containerterminal der HHLA. Chinesen wollen ein weiteres bauen

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Unternehmensverband Hafen Hamburg klagt über Verstöße gegen Bürgerschaftsbeschluss. Brandbrief an Wirtschaftssenator Horch.

Hamburg.  Der Streit über einen möglichen Einstig chinesischer Investoren im Hamburger Hafen spitzt sich zu. Die Hafenwirtschaft wirft Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) vor im Zusammenhang mit dem Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung des zentralen Hafengebiets auf Steinwerder gegen die eigene Hafenentwicklungsplanung zu verstoßen.

Wie berichtet, haben der chinesische Baukonzern CCCC und der Hersteller von Containerbrücken für Häfen ZPMC den Ideenwettbewerb der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) gewonnen. Beteiligt ist auch der chinesische Internetmilliardär Jack Ma, Betreiber des Online-Versandhauses Alibaba. Zusammen wollen sie auf dem 42 Hektar großen Hafengelände im Mittleren Freihafen ein vollautomatisches Containerterminal sowie ein großes Logistikzentrum errichten.

Die in Hamburg angestammten Umschlagsbetriebe HHLA und Euro­gate sind über den Wettbewerbsausgang erbost. Sie befürchten, dass die Chinesen ihnen erhebliche Umschlagsmengen im Hafen wegnehmen könnten. Nach Meinung der Hafenwirtschaft hätten die Chinesen den Ideenwettbewerb gar nicht gewinnen dürfen.

Brandbrief: Horch-Aussagen „sachwidrig“

So schrieb der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH), Gunther Bonz, jetzt einen Brief an Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos), in dem er ihm „sachwidrige“ Aussagen vorhält. In dem Schreiben, das auch die Fraktionsvorsitzenden der Bürgerschaft erhielten, heißt es: „Der von Senat und der Bürgerschaft beschlossene Hafenentwicklungsplan gibt unmissverständlich vor, dass im Mittleren Freihafen kein Vollcontainerterminal entstehen soll, zumal in der sogenannten Nord Range bereits Überkapazitäten bestehen.“

Die Nord Range bezeichnet die anderen Nordseehäfen, wie Rotterdam, Antwerpen, Bremerhaven und Wilhelmshaven. Die rechtlichen Vorgaben des Parlaments sollten auch für die HPA gelten, heißt es in dem Brief, der dem Abendblatt vorliegt. Wirtschaftssenator Horch hält den Hamburger Terminalbetrieben vor, sie hätten sich ja auch an dem Ideenwettbewerb beteiligen können. Bonz hält diesen Vorhalt für „sachwidrig“. Schließlich hätten die Terminalbetriebe auf eine Teilnahme verzichtet, weil sie aus dem Hafenentwicklungsplan wussten, dass ein Containerterminal für die Fläche nicht infrage kommt.

Kommentar: China und der Hafen – passt das?

Dem angegriffenen Senator springt wiederum die Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und -Agenten zur Seite: „Im letzten Hafenentwicklungsplan steht ganz klar, dass im Rahmen zukünftiger Vergaben nicht nur Reedereibeteiligungen an Terminals und Flächen geprüft werden sollen, sondern auch die Möglichkeiten zum Containerumschlag auf den Entwicklungsflächen durch neue Anbieter“, sagt Vereinschef Alexander Geisler. „Daher ist es auch richtig, dass solche Optionen nicht von vornherein ausgeschlossen werden.“

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