Oberbaudirektor

Hamburg würdigt Jörn Walter: „Unter den Guten der Beste“

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Oliver Schirg
Wirtschaftssenator Frank Horch begrüßt Jörn Walter bei dessen Verabschiedung als Oberbaudirektor

Wirtschaftssenator Frank Horch begrüßt Jörn Walter bei dessen Verabschiedung als Oberbaudirektor

Foto: Andreas Laible

Nach 18 Jahren verabschiedet die Stadt ihren Oberbaudirektor. Er habe die HafenCity zum Erfolg geführt, sagte Bürgermeister Scholz.

Hamburg.  Hamburg sich am Dienstag mit einem Senatsempfang im Großen Festsaal des Rathauses von seinem langjährigen Oberbaudirektor Jörn Walter verabschiedet. „Lieber Herr Walter, ich habe sehr gerne mit Ihnen zusammengearbeitet, meine Erinnerungen an unsere Treffen sind äußerst positiv“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz bei dem Empfang, an dem rund 500 Menschen teilnahmen.

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt überreichte Walter das extra für diesen Anlass angefertigte Buch „Jörn Walter – 1999/2017 Stadtentwicklung Hamburg“. Dieser bedankte sich in seiner Abschiedsrede und bezeichnete es als „Glücksfall, dass ich in Hamburg arbeiten durfte“. Er habe zum einen über die 18 Jahre stets Respekt und Vertrauen von seiner Vorgesetzten erfahren. Zum anderen habe er in Hamburg in einer Zeit der Veränderungen arbeiten dürfen.

Jörn Walter hatte das Amt 1999 übernommen

Der in Bremen geborene Jörn Walter hatte das Amt 1999 von Egbert Kossak Oberbaudirektor übernommen. Der Oberbaudirektor ist der höchste technische Beamte der Stadt Hamburg, seine Amtszeit beträgt neun Jahre. Für die Besetzung der Stelle hatte der damalige Stadtentwicklungssenator Willfried Maier (Grüne) eine sechsköpfige Findungskommission eingesetzt, die sich unter zwanzig Bewerbern für Walter entschied.

Zuvor war er von 1991 bis 1999 Leiter des Stadtplanungsamtes in Dresden. Er lehrte an den Technischen Universitäten in Wien und Dresden .

Walter wollte eigentlich Wanderprediger werden

Der Landschaftsarchitekt Prof. Hinnerk Wehberg würdigte bei dem offiziellen Abschied die „offene und freundliche Art“ von Jörn Walter. Zudem habe er ein „unglaubliches Faktengedächtnis“ und sei ausgesprochen verlässlich. Am beeindruckendsten sei jedoch seine Überzeugungskraft, wenn er rede, sagte Wehberg und fügte hinzu, dass Walter ihm einmal gesagt habe: „Ich wollte Wanderprediger werden.“

Der Architekt Prof. Matthias Sauerbruch verwies darauf, dass Walter als Oberbaudirektor Vordenker der Politik, Kontrolleur der Architekten und Berater der Bauherren zugleich gewesen sei. als „personifiziertes Gemeinwohl“ habe der Oberbaudirektor stets die Interessen der Menschen dieser im Blick gehabt. „Jörn Walter ist unter den Guten einfach der Beste gewesen.“

Olaf Scholz: Walter führte die HafenCity zum Erfolg

Zum Auftakt des Senatsempfang hatte Bürgermeister Olaf Scholz Walters städtebaulichen Sprung über die Elbe: „Zu seinen großen Leistungen gehört die Wiederentdeckung der Stadtteile auf den Elbinseln und an der Süderelbe. Große Teile Wilhelmsburgs, der Veddel und des Harburger Binnenhafens waren von städtebaulichen Verwerfungen gekennzeichnet als Jörn Walter sein Amt antrat. Walter habe es verstanden, das Potential der Gebiete zwischen Norder- und Süderelbe zu wecken.

Entscheidend sei aber die Entwicklung eines neuen Stadtteils, der HafenCity, gewesen. „Auch wenn sich der Entwicklungszeitraum noch bis Mitte der 2020er Jahre erstreckt, können wir heute schon sagen: Jörn Walter hat das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas zum Erfolg geführt.“

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