Unfälle

Deutlich mehr Verkehrstote in Hamburg

Die Wracks, von zwei nach einem Unfall komplett zerstörten Taxis, liegen am 04.05.2017 am Ballindamm in Hamburg auf der Straße. Bei dem Verkehrsunfall  ist ein Mann gestorben, drei weitere Männer wurden schwer verletzt

Die Wracks, von zwei nach einem Unfall komplett zerstörten Taxis, liegen am 04.05.2017 am Ballindamm in Hamburg auf der Straße. Bei dem Verkehrsunfall ist ein Mann gestorben, drei weitere Männer wurden schwer verletzt

Foto: Georg Wendt / dpa

In den ersten Monaten stieg die Zahl wie schon im Vorjahr an. Mehr Verkehrstote als Berlin. CDU: "Unfallhauptstadt Hamburg".

Hamburg. Die Zahl der Verkehrstoten ist in Hamburg im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. So kamen bei Unfällen in den Monaten Januar bis April zehn Menschen auf den Hamburger Straßen ums Leben – vier mehr als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamt hervor, die am heutigen Freitag veröffentlicht wurde.

Die Hamburger Zahl liegt in diesem Jahr noch über der Zahl der Verkehrstoten von Berlin, wo in diesem Jahr bis zum April acht Menschen im Straßenverkehr ums Leben kamen, neun weniger als von Januar bis April im vergangenen Jahr.

Bereits 2016 hatte sich die Zahl der Verkehrstoten in Hamburg gegen den Bundestrend negativ entwickelt. 29 Verkehrstote gab es laut Statistik im vergangenen Jahr, neun mehr als noch 2015.

CDU verlangt Wende in der Verkehrspolitik

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion nutzte die neuen Zahlen, um mit der Verkehrspolitik des rot-grünen Senats abzurechnen. "Hamburg steuert weiter ungebremst auf einen neuen Höchststand bei den Verkehrsopfern hin", sagte ihr verkehrspolitischer Sprecher Dennis Thering. Die Verkehrspolitik des Senats sei gescheitert. "Dubiose Pfosten auf den Straßen und brandgefährliche Radfahrstreifen" auf viel befahrenen Hauptstraßen seien Maßnahmen, die mit seriöser Verkehrspolitik nichts zu tun hätten. Zusätzlich würden durch eine "Fahrradideologie" Straßen verengt.

Rot-Grün müsse sein "Umerziehungsprojekt Fahrradstadt" endlich beenden, fordert der CDU-Politiker erneut. Bereits vor einigen Wochen hatte er den Senat kritisiert, weil sich auch die Zahl der Unfälle insgesamt in Hamburg deutlich erhöht hatten.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Martin Bill, weist die Kritik der CDU an der Radverkehrspolitik des Senat indes scharf zurück. "Wir haben alle neuen Radverkehrsanlagen im besonderen Blick", sagte er. Und dabei seien auf den neuen Radfahrstreifen in Hamburg keine großen Unfälle registriert worden.

Mehr Verkehrsopfer in den 80er- und 90er-Jahren

Laut Polizei war die Anzahl der Verkehrsunfälle in Hamburg im Jahr 2016 die bisher höchste, was auf die hohe Verkehrsdichte zurückgeführt wird. Die Anzahl der verunglückten Personen (Verletzte und Getötete) in Hamburg hingegen lag in den 80er- und 90er-Jahren erheblich höher (jährlich bei 12.000 bis 15.000). Seit 2006 liegt diese Zahl bei etwa 10.000. Im ersten Quartal 2017 wurden bei Unfällen laut Bundesamt in Hamburg 2825 Menschen verletzt.