Verfassungsschutz

Hamburger Fußball-Trainer soll für Islamisten geworben haben

Der Hamburger Verfassungsschutzchef Torsten Voß

Der Hamburger Verfassungsschutzchef Torsten Voß

Foto: Picture Alliance

Verfassungsschutz enttarnt Mann, der Flüchtlinge beeinflusst haben soll. Mustafa H. arbeitete bei einem bekannten Verein.

Hamburg. Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz hat einen Fußballtrainer enttarnt, der vor allem in Flüchtlingsteams islamistische Propaganda verbreitet haben soll. Mustafa H. ist nach Erkenntnissen der Behörde ein „höherer Funktionär“ der verbotenen Organisation Hizb ut-Tahrir (HuT). Diese islamistische Gruppe ruft zur Zerstörung von Israel auf und hat als Ziel ähnlich wie der Islamische Staat (IS) die Errichtung eines Kalifats mit der Scharia als rechtlicher und gesellschaftlicher Grundlage.

In Hamburg gibt es laut Verfassungsschutz rund 140 meist aus Afghanistan oder der Türkei stammende Mitglieder der HuT. Mustafa H. hat nach Abendblatt-Informationen das Flüchtlingsteam von Germania Schnelsen trainiert. Dem Abendblatt sagte H., er bitte um Verständnis, wenn er sich derzeit nicht äußern wolle. Die Sache werde sich klären.

Mustafa H. soll junge Spieler beeinflusst haben

Der Verein wurde auch von den Behörden informiert. Man wolle sich von dem Trainer trennen, hieß es. Mustafa H. soll versucht haben, vorrangig junge Spieler für die islamistische Ideologie zu begeistern. Er war aber offenbar auch als Dolmetscher tätig. Nach Abendblatt-Informationen lebt er seit über 20 Jahren in Deutschland.

Für den Hamburger Fußball-Verband (HFV) ist es der erste Fall dieser Art. Spieler, Trainer und Verantwortliche seien für das Thema aus dem Alltag sensibilisiert, sagte ein HFV-Verantwortlicher. Man werde im Verband jetzt auf Führungseben beraten, wie damit umzugehen sei. In Hamburg spielen etwa 120.000 Kinder und Erwachsene Fußball, weitere rund 60.000 sind Mitglieder.