Hamburg

Airport: Nachtflüge und Lärmentgelte werden teurer

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Vor allem für Flieger, die nach Mitternacht
landen, wird es teuer

Vor allem für Flieger, die nach Mitternacht landen, wird es teuer

Foto: Andreas Laible / HA

Der Zuschlag für verspätete Maschinen erhöht sich von 23 Uhr an im 15-Minuten-Takt bis Mitternacht um maximal 550 Prozent.

Hamburg. Fluggesellschaften, die nach 22 Uhr auf dem Hamburger Flughafen landen, müssen seit Mittwoch mehr Geld zahlen. Das geht aus der neuen Flugentgelt-Verordnung des Unternehmens hervor. Der Zuschlag für verspätete Maschinen erhöht sich von 23 Uhr an im 15-Minuten-Takt bis Mitternacht um maximal 550 Prozent. Danach berechnen die Betreiber bis 5.59 Uhr den Höchstzuschlag von 700 Prozent.

Neben den Nachtflugentgelten hat der Flughafen auch die Lärmzuschläge erhöht. Flugzeuge aus den mittleren Lärmklassen 3 und 4, die den Airport am häufigsten frequentieren, müssen künftig 58 beziehungsweise 122 Euro pro Start oder Landung zahlen – etwa doppelt so viel wie zuvor.

Bürgerinitiative nicht zufrieden

Die Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein ist mit der neuen Verordnung nicht zufrieden. Sprecher Martin Mosel betonte, dass die drastischen Lärmentgelte von bis zu 3680 Euro nur für Flugzeuge der höheren Klassen gelten. „Für die Lärmklassen 3 und 4 sind das keine relevanten Erhöhungen. Die Anwohner spüren dadurch keinerlei Veränderung“, sagte Mosel. Die Initiative fordert ein striktes Nachtflugverbot in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie die Offenlegung der Flughafenausbaupläne.

So sollen bei der Erweiterung insgesamt 27 zusätzliche Gates entstehen. Bisher gibt es 40 Gates. Außerdem soll den Plänen zufolge die Gepäckförderanlage erneuert und „ihre Leistungs­fähigkeit bedarfsgerecht erhöht“ werden. Das Vorhaben soll bis 2025 umgesetzt werden und etwa 500 Millionen Euro kosten.

Grüne sehen neue Auflagen positiv

„Wir wollen mehr und besseren Lärmschutz, ohne die notwendige Entwicklung unseres Flughafens einzuschränken […]“, sagte Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Auch die Grünen sehen die veränderten Auflagen positiv: „Damit spreizen wir die Entgelte zwischen den einzelnen Lärmklassen weiter und setzen so einen stärkeren Anreiz zum Einsatz lärmärmerer Maschinen“, sagte Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen-Bürgerschaftsfraktion.

( dpa/HA )

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