G20-Gipfel

Andy Grote wagt sich zu G20-Kritikern ins Schanzenviertel

Andy Grote auf dem Weg ins Haus 73 auf dem Schulterblatt im Schanzenviertel.

Andy Grote auf dem Weg ins Haus 73 auf dem Schulterblatt im Schanzenviertel.

Foto: TVR News

Auf einem Podium neben der Roten Flora stellte sich der Innensenator den Fragen der Szene. Polizei sicherte das "Auswärtsspiel".

Hamburg. Vor der Tür gab es zwar "verbale Unmutsbekundungen", im Haus 73 auf dem Schulterblatt sei es dann aber laut Innenbehörde "erstaunlich entspannt" gewesen: Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat am Dienstagabend an einer Podiumsdiskussion zum Thema "G20-Gipfel in Hamburg – Grundrechte über Bord?" im Schanzenviertel teilgenommen. Mit wenigen Fans des Gipfeltreffens glich die öffentliche Veranstaltung neben dem linksalternativen Zentrum Rote Flora für Grote einem Auswärtsspiel.

Keine verfassungsfeindliche Organisation auf dem Podium

Eingeladen hatte die Tageszeitung taz, mit Grote auf dem Podium saßen Elke Steven vom Komitee für Grundrechte und Demokratie, Michael Hirdes vom Chaos Computer Club, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion Christiane Schneider und der Fraktionschef der Grünen Hamburg, Anjes Tjarks. Es sei vorher Wert darauf gelegt worden, nicht mit Vertretern aus Organisationen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, auf dem Podium zu sitzen, hieß es aus der Innenbehörde. Etwa 100 Gäste verfolgten den Gedankenaustausch.

Dennoch gab es besondere Sicherheitsvorkehrungen für die Veranstaltung in der "Höhle der Löwen": Polizisten sicherten den Eingang über den üblichen Personenschutz des Innensenators hinaus. Inhaltlich prallten Welten aufeinander. Während die politisch weit links verorteten Teilnehmer ihre Grundrechte durch den G20 Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg beschnitten sahen, vertrat Grote die Auffassung, Demokratie und Grundrechte in Hamburg in diesen Tagen "vorbildlich" zu gewährleisten – gemessen am Aufwand für eine solche Veranstaltung.

Buh-Rufe und Fischreste als Zeichen des G20 Protests

Es sei wichtig gewesen, "die Positionen des Senators auch mal in die Szene zu tragen", hieß es aus der Innenbehörde. Die Brisanz sei allen Beteiligten vorher klar gewesen, man sei das Wagnis aber dennoch eingegangen. Abgesehen von Buh-Rufen und eher unsachlichen Meinungsäußerungen sei es am Ende "ein geschmeidiger" Abend gewesen.

Vor der Tür gab es vereinzelt Buhrufe und Pfiffe. Ein Plakat gegen den G20-Gipfel stellte aber schon die Spitze des Protests dar. Insgesamt habe Grote ausführlich zu den Themen geantwortet. Vor dem Diskussionsabend wurde lediglich eine Tüte mit Fischresten im Veranstaltungsraum gefunden.