Hamburg

Grünen-Chefin geht auf Rettungsmission im Mittelmeer

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Anna Gallina ist Landesvorsitzende der Grünen in Hamburg und Bürgerschaftsabgeordnete

Anna Gallina ist Landesvorsitzende der Grünen in Hamburg und Bürgerschaftsabgeordnete

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture alliance / dpa

Anna Gallina geht zwei Wochen lang an Bord der „Sea Eye“, um Flüchtlinge zu retten. Sie will sich ein eigenes Bild machen.

Hamburg.  Die Landesvorsitzende der Grünen, Anna Gallina, begleitet die sechste Mission der Hilfsorganisation „Sea Eye“ zur Rettung von Flüchtlingen vor der libyschen Küste im Mittelmeer. Die Bürgerschaftsabgeordnete steche am kommenden Wochenende von Malta aus für 14 Tage in See, teilte die 2015 gegründete, private gemeinnützige Organisation mit Sitz im bayerischen Regensburg am Montag mit. Mit an Bord der „Sea Eye“ mit ihrer achtköpfigen Crew sei unter anderem auch der Vorsitzende der Organisation „Hamburger mit Herz“, Gorden Isler.

„Ich bin in den nächsten Wochen vor Libyen unterwegs, weil ich einen Beitrag zur Rettung der Menschen leisten möchte“, begründete Gallina ihre Teilnahme an der Mission. Sie wolle die Situation vor Ort selbst sehen, wolle unmittelbar helfen und ihre Erfahrungen nutzen, um politisch für Verbesserungen zu streiten. „Mein Einsatz ist ausdrücklich auch als Solidaritätsbekundung für die Nichtregierungsorganisationen vor Ort zu begreifen, die in Italien massiv diskreditiert werden“, sagte Gallina. Die italienische Staatsanwaltschaft hat unter anderem Untersuchungen gegen Organisationen eingeleitet, die zu Rettungsmissionen im Mittelmeer aufbrechen.

Rettungsmissionen seien derzeit unverzichtbar

Die Grünen-Politikerin nannte es „eine Katastrophe, dass jedes Jahr Tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken“. Vor allem müsse es darum gehen, die Fluchtursachen zu bekämpfen. „Solange das nicht passiert ist, sind Rettungsmissionen unverzichtbar“, sagte die Bürgerschaftsabgeordnete.

Die Hilfsorganisation fährt nach eigenen Angaben seit Frühjahr 2016 mit der „Sea Eye“ – einem 26,5 Meter langen umgebauten Fischkutter – vor der Küste Libyens, um Schiffbrüchige vor dem Ertrinken zu retten. Seit Mai 2017 verfügt sie mit der 26,6 Meter langen „Seefuchs“ über ein weiteres Schiff. Beide Schiffe fahren den Angaben zufolge von Mitte des Monats an im wöchentlichen Wechsel Patrouille vor der libyschen Küste. Durch die Arbeit der Hilfsorganisation seien bislang 8120 Menschen vor dem Ertrinken gerettet worden. Die Schiffe waren Ende der 50er-Jahre auf der Elbewerft in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) gebaut worden und gehörten zur Fangflotte der DDR.

( lno/pum )

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