Konzert im Mehr! Theater

Chris de Burgh – auch mit fast 70 noch in Topform

Die Künstler präsentierte seine neue CD „A better World“. Sein Tag in Hamburg begann mit einem Foto-Irrtum

Hamburg.  Das Versprechen kommt gleich zu Beginn. „Ich habe in Hamburg viele Konzerte gespielt. Aber heute Abend wird es das Beste“, sagt Chris de Burgh. Zumindest bei der Wahl der Halle hat er an diesem Dienstagabend alles richtig gemacht. Der Ire hat diesmal weder die für ihn inzwischen viel zu große Barclaycard-Arena noch das seelenlose CCH gebucht, sondern das Mehr! Theater am Großmarkt. 2400 Plätze, fast ausverkauft, da kann Chris de Burgh seine Entertainer-Qualitäten perfekt ausspielen. Er preist die Alster, empfiehlt das Maritime Museum und erzählt, wie ihn am Morgen ein junges Pärchen bei einem Spaziergang um ein Bild gebeten habe. Leider nicht mit ihm: „Ich sollte die beiden nur fotografieren.“

Bereits zu Beginn wird getanzt

Solche Missverständnisse können ihm im Mehr! Theater natürlich nicht passieren. Der Großteil des Publikums tanzt bereits bei „Ship to Shore“, dem ersten von vielen Gassenhauern aus den 80er- und 90er-Jahren, als Chris de Burgh die erfolgreichste Phase seiner nunmehr über 40jährigen Karriere hatte. „Als ich startete, waren die meisten von Euch noch nicht einmal geboren“, ruft de Burgh, der im kommenden Jahr seinen 70. Geburtstag feiern wird. Das taugt natürlich bestenfalls als Kompliment, denn in Wahrheit sind die meisten seiner Fans mit ihm gealtert, die U-40-Fraktion ist außerordentlich überschaubar.

Bei Musikkritikern hat es der Künstler nie leicht gehabt, für viele gilt er geradezu als Inkarnation des schlechten Geschmacks. „Das Ding setzt Staub an, bevor es im Regal steht“, höhnt etwa „laut.de“ über seine neue CD „A Better World“ mit „großspurig inszenierten und vor Pathos nur so triefenden Kompositionen“.

45 Millionen verkaufte Tonträger

Andererseits sind 45 Millionen weltweit verkaufte Tonträger schon ein verdammt gutes Argument. Und live gehört Chris de Burgh unverändert ins gehobene Tour-Regal. Seine Light-Show ist dezent, aber wirkungsvoll, Sound wie Begleitband von erlesener Qualität, die Stimme des Stars sowieso. Am Ende des zweieinhalbstündigen Abends gibt er mit „High on Emotion“ und „Ferryman“ noch einmal richtig Gas. Und verspricht: „Wir sehen uns bald wieder.“