Hafenmusem

Peking steht kurz vor Überfahrt von New Jersey nach Hamburg

Vor der Peking: Jonathan Boulware, Executive Director des South Street Seaport Museum, Börries von Notz,
Alleinvorstand Stiftung Historische Museen Hamburg und Steven Kalil, Caddell Dry Dock & Repair Co.

Vor der Peking: Jonathan Boulware, Executive Director des South Street Seaport Museum, Börries von Notz, Alleinvorstand Stiftung Historische Museen Hamburg und Steven Kalil, Caddell Dry Dock & Repair Co.

Foto: Victor Hugo

Der Großsegler soll größtes Exponat des Deutschen Hafenmuseums werden. Im Sommer geht es über den Atlantik. Museumschef war vor Ort.

Hamburg/New York. Im Sommer soll der Großsegler "Peking" über den Atlantik nach Hamburg kommen. Schon jetzt machte sich der Hauptverantwortliche für das künftige Deutsche Hafenmuseum ein Bild von seinem Musterexponat: Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, stattete der "Peking" einen Besuch in New Jersey ab.

Das mehr als 100 Jahre alte Schiff soll in Deutschland restauriert und als erstes und größtes Exponat im künftigen Deutsche Hafenmuseum ausgestellt werden. Börries von Notz zeigte sich schon jetzt schwer beeindruckt: Das Schiff "in seiner tatsächlichen Größe zu sehen, ist schon ein herausragendes Erlebnis". Aber es gebe viel zu tun. "Wir alle können uns auf die Fortschritte freuen, die die Restaurierung in den kommenden Monaten und Jahren nehmen wird.“

Hamburger Flagge am Heck gehisst

Der Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, unter deren Ägide das Deutsche Hafenmuseum geplant und umgesetzt wird, hat das Schiff auf der Caddell-Werft in New Jersey besucht. Mit Jonathan Boulware, Executive Director des South Street Seaport Museum, hat er den Zustand inspiziert und schon einmal die Flagge des Deutschen Hafenmuseums gehisst.

Die Überführung der Peking und ihre Restaurierung ist mit Mitteln des Deutschen Bundestages gesichert. Insgesamt stehen 120 Millionen Euro für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums in Hamburg zur Verfügung. In dieser Summe enthalten sind bis zu 26 Millionen Euro für die Überführung und Sanierung des Großseglers. Die Stiftung Hamburg Maritim übernimmt diese Aufgabe.

Schiff steht für Bedeutung des Handels in Hamburg

Zur Bedeutung des Schiffs sagte Börries von Notz: „Die Peking steht für Hamburg als eine Drehscheibe des weltweiten Warenhandels. Als ein Frachtsegler, der vom Stapel lief, als die Dampfschifffahrt schon in hoher Blüte stand, bildet dieser Schiffstyp den Gipfel einer jahrhundertelangen wenn nicht jahrtausendelangen Entwicklung."

Mit nur 31 Mann Besatzung umsegelte die Peking die Welt und transportierte insbesondere Salpeter von Südamerika nach Hamburg. Mit den Gewinnen aus diesem wirtschaftlich einträglichem Transport und Geschäft wurde auch das Chilehaus und das Kontorhausviertel finanziert, das mittlerweile zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

1911 bei Blohm+Voss gebaut

Der 1911 bei Blohm+Voss gebaute Flying P-Liner wird nach der Restaurierung als historisches Objekt einen wesentlichen Bestandteil des Deutschen Hafenmuseums bilden. Die Peking, im Auftrag der Hamburger Ferdinand-Laeisz-Reederei erbaut, soll trotz der erforderlichen Restaurierungsarbeiten als Objekt möglichst authentisch erhalten bleiben. Das Schiff mit einer Länge von 115 Metern und einer Breite von 14 Metern soll künftig für Besucher aller Altersklassen erlebbar werden.

Die Rekonstruktion des Ursprungszustands werden sich auf Kammern, Kartenhaus und Ruderstand auf dem Hauptdeck konzentrieren. In einem Raum auf dem Brückendeck soll künftig die Geschichte des Schiffes gezeigt werden. Themen wie der Salpeterhandel, die Segelfrachtschifffahrt und ihre Bedeutung für die Gestaltung von Hafenanlagen sollen vertiefend in der Ausstellung des Deutschen Hafenmuseums präsentiert werden.

Ein wichtiges Kriterium für ein erfolgreiches Besuchererlebnis sei die barrierefreie Zugänglichkeit. Dafür sollen die Treppen und Niedergänge vergrößert und ein Fahrstuhl integriert werden. Dieser Umbau soll optisch zurückhaltend erfolgen.