Hauptgeschäftsführer

Aus von Schmidt-Trenz kostet die Handelskammer 1,1 Millionen

Aus von Schmidt-Trenz kostet die Handelskammer 1,1 Millionen
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Schmidt-Trenz legt sein Amt nieder. Der Streit um die Kürzung seines Gehalts um mehr als die Hälfte ist damit beendet.

Hamburg. Der langjährige und umstrittene Hauptgeschäftsführer der Hamburger Handelskammer, Hans-Jörg Schmidt-Trenz, hat sein Amt niedergelegt. Er habe mit dem neu gewählten Präsidium eine Einigung über das Ende seiner Tätigkeit erzielt, sagte er. Schmidt-Trenz soll für die Kammer aber weiter das „internationale Netzwerk pflegen“, Präsident der kammereigenen Hochschule HSBA bleiben und die Vorbereitungen für das Wirtschaftstreffen China Summit in Hamburg 2018 mit übernehmen. "Hierfür erhält er ein Gehalt von 11.000 Euro pro Monat", sagte der neue Präses Tobias Bergmann.

Der Leitartikel zum Abgang von Schmidt-Trenz

Er hätte seinen Vertrag als Hauptgeschäftsführer gerne bis Ende 2019 erfüllt, sagte Schmidt-Trenz am Donnerstag vor dem Kammer-Plenum. „Keinesfalls dürfen wir unsere Kammer aber durch eine langwierige Auseinandersetzung lähmen“, so Schmidt-Trenz als Begründung für die nun erzielte Einigung. Deshalb lege er das Amt nieder. Der entsprechende Antrag in der Tagesordnung auf Abberufung, weil das „Vertrauensverhältnis“ zu ihm zerstört sei, war damit hinfällig.

Schmidt-Trenz erhält 775.000 Euro Abfindung

Der Deal koste die Handelskammer 1,1 Millionen Euro, erklärte Bergmann. "Darin mit inbegriffen ist eine Abfindung in Höhe von 775.000 Euro." Wäre der Vertrag ausgelaufen, hätte die Kammer insgesamt 1,4 Millionen Euro bezahlen müssen, so Bergmann. Ein neuer Hauptgeschäftsführer soll im Oktober dieses Jahres dem Plenum vorgeschlagen werden – und für geringere Bezüge arbeiten. "Wir haben eine Vergütungsrichtlinie beschlossen, die deutlich unter dem bisherigen Gehalt liegt", versprach Torsten Teichert, einer der Vizepräses der Kammer. Mit Bezug auf die gütliche Einigung sprach Teichert von einem "teuren Kompromiss".

Handelskammer-Präses erklärt die Abfindung für Schmidt-Trenz
Handelskammer-Präses erklärt die Abfindung für Schmidt-Trenz
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Bergmann betonte, die Handelskammer bleibe "nahtlos handlungsfähig": Ulrich Brehmer, der bisherige Stellvertreter Schmidt-Trenz', übernimmt das Amt kommissarisch. "Ich wünsche ihm, dass er seine Aufgabe mit Fortune wahrnimmt", sagte Schmidt-Trenz über seinen Interims-Nachfolger Brehmer. "Ich habe jahrelang mit ihm zusammengearbeitet und sehe die Kammer in guten Händen. Den neuen Herren im Haus um Präses Bergmann gab er mit auf den Weg: "Handeln Sie nach den Tugenden des ehrbaren Kaufmanns, die in dieser Stadt etwas gelten."

Schmidt-Trenz' Gehalt sollte erheblich gekürzt werden

Im Februar war es bei den Plenumswahlen zur Kammer zu einem Kantersieg der sogenannten Rebellen „Die Kammer sind WIR“ gekommen, die 55 der 58 Sitze einnahmen. Eines ihrer Wahlversprechen war die Begrenzung des Hauptgeschäftsführer-Gehalts auf das Niveau eines Wirtschaftssenatorengehalts – auf 150.000 Euro im Jahr. Schmidt-Trenz hatte aber einen Vertrag, der jährlich mit gut 500.000 Euro dotiert war.

Bei seinem Gang zur Pressekonferenz wurde der Ex-Chef erneut von minutenlangem Beifall seiner bisherigen Mitarbeiter begleitet. „Es ist kein leichter Gang“, räumte Schmidt-Trenz sichtlich bewegt ein. „Er ist ein richtig guter Chef gewesen“, konstatierte auch Bergmann.