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Hamburgs Meister-Sommelier Thoma verklagt Air Berlin

Hamburgs Meister-Sommelier Hendrik Thoma

Hamburgs Meister-Sommelier Hendrik Thoma

Foto: imago/Robert Michael

Nach einer Reise auf die Kanaren verschwanden zwei Koffer der Familie. Trotz Beschwerden zeigt sich die Airline wenig kooperativ.

Hamburg. An seinen Sommer-Urlaub auf La Palma im vergangenen Jahr denkt Hendrik Thoma (49) mit geteilten Gefühlen. Vier Wochen wollte der Hamburger Meister-Sommelier (ehemals Hotel Louis C. Jacob) mit Frau und Tochter dort verbringen. Was nie ankam, ist das Gepäck der Familie: zwei nagelneue Rimowa-Koffer.

Als „grob fahrlässig“ bezeichnet Thoma das Verhalten der Fluglinie, die nur „scheibchenweise informierte“. Fest steht, dass die Koffer über Barcelona und Zürich zurück nach Hamburg und dann erneut nach La Palma geschickt werden sollten – und unterwegs vermutlich abhanden kamen. „Kurios ist, dass der ältere Koffer meiner Tochter ankam“, sagt Thoma. „Wir haben noch nicht einmal eine Zahnbürste am Flughafen in La Palma bekommen. Wir mussten uns alles komplett neu kaufen am Urlaubsort.“

Airline-Versicherung will 2800 Euro zahlen

Trotz mehrerer Beschwerden zeigte sich Air Berlin bisher wenig kooperativ. Eine maximale Entschädigung von 2800 Euro würde die Versicherung von Air Berlin zahlen. Thoma schätzt seinen Verlustwert aber auf mindestens 13.000 Euro. „Im Koffer waren leider auch teure Schuhe und Anzüge, weil ich zwischendurch zu einer Veranstaltung nach Deutschland zurück musste.“ Deswegen hat der Weinexperte nun einen Berliner Reise-Anwalt eingeschaltet, der auf das Thema spezialisiert ist und Air Berlin im Namen von Thoma verklagen soll. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Zwar schätzt der Sommelier, der im Internet einen Wein-Blog betreibt und Weine aus aller Welt importiert, seine Chancen gering ein. „Aber meine Community gibt mir Recht. Sogar Flugkapitäne haben mir geschrieben und sich für den Verlust entschuldigt. So wie mir geht es sicherlich vielen Fluggästen. Es ist an der Zeit, dass man diesen Ärger mal öffentlich macht.“