Immobilien

Ein 100 Millionen Euro schwerer Wohnturm für St. Georg

Grundsteinlegung für Haus mit 17 Etagen und Hotel mit 277 Zimmern. Bereits seit 2006 gibt es Pläne, das Areal zu entwickeln.

Hamburg.  Ein Hochhaus mit 17 Etagen und ein Vier-Sterne-Hotel für die Marke Courtyard by Marriott mit 277 Zimmern auf sieben Etagen werden auf einer Brachfläche im Herzen von St. Georg nahe dem Hauptbahnhof gebaut. Bereits seit 2006 gibt es Pläne, das rund 4100 Quadratmeter große Areal an der Lindenstraße/Ecke Adenauerallee gegenüber der Siemens-Zentrale zu entwickeln.

Zunächst sollte dort ein Bürokomplex realisiert werden. Stararchitekt Hadi Teherani hatte dafür den Hanse-Cube entworfen (wir berichteten). Doch der Hauptmieter sprang im Zuge der Finanzkrise ab, das Projekt wurde nicht verwirklicht. Seit 2012 wurde dann über die Kombination einer Bebauung mit Wohnungen und einem Hotel diskutiert. Nun soll das Vorhaben nach Informationen des Abendblatts tatsächlich realisiert werden: Der offizielle Start ist die Grundsteinlegung am 9. Mai im Beisein von Oberbaudirektor Jörn Walter.

Baugrube wurde bereits ausgehoben

Die Baugrube wurde bereits ausgehoben. Der Hamburger Projektentwickler ABG, der vor 50 Jahren gegründet wurde, hat das Vorhaben samt Baugenehmigung im vergangenen Jahr von der EHG (Erste Hanseatische Grundvermögen GmbH & Co. KG) mit Sitz in Gräfelfing übernommen. „Wir setzen auf diesen erstklassigen Standort in City- und Alsternähe. Die Lage ist ideal für ein Hotel- und Wohnquartier“, sagte ABG-Geschäftsführer Bernhard Visker. Die Investition soll dem Vernehmen nach bei rund 100 Millionen Euro liegen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant.

Auch einen Namen gibt es schon für das Gebäudeensemble: „Konrad“, aufgrund der nach Bundeskanzler Konrad Adenauer benannten Adenauerallee.

113 Mietwohnungen geplant

Insgesamt sind zurzeit 113 Mietwohnungen im gehobenen Preissegment mit ein bis vier Zimmern und Größen von 30 bis 150 Qua­dratmetern geplant. „In den oberen Etagen haben die Nutzer sowohl Alsterblick als auch Elbblick, und wir legen Wert auf eine hochwertige Ausstattung des Gebäudes“, sagte Visker. Entworfen hat den Gebäudekomplex das bekannte Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners. Von diesem stammen auch die Pläne für das neue Luxushotel The Fontenay an der Außenalster, das im Herbst eröffnet werden soll.

Für das siebengeschossige Courtyard by Marriott hat der Wiesbadener Hotelbetreiber Bierwirth & Kluth einen Pachtvertrag für 20 Jahre unterschrieben. Das Vier-Sterne Haus soll auch über acht Konferenzräume, einen Wellnessbereich und ein Restaurant verfügen. Die Gastronomie werde sich an St. Georg orientieren und ein besonderes Konzept haben, das auch die Menschen aus dem Stadtteil anspricht, sagte Regionaldirektor Bernd Mensing.

Jahrelange Baulücke

„Ich bin erfreut, dass nach vielen Projekten und einer jahrelangen Baulücke nun endlich ein Bebauungsplan aus den 50er-Jahren für die innere Entwicklung genutzt wird“, sagte Oberbaudirektor Walter. „Und es ist für St. Georg gut, dass dies nicht mehr für ein Bürohaus, sondern für Wohnungsbau und ein Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs erfolgt.“ Auch Grünen-Fraktionschef Michael Osterburg nannte die Art der Bebauung für die Umgebung und zentrale Lage passend. „Wir freuen uns, dass dieses Ende der Adenauerallee nach langer Zeit als Brache eine neue Belebung erfährt.“

St. Georg ist wohl der beliebteste Hotelstandort in der Hansestadt. Allein 27 Häuser mit rund 2400 Zimmern haben sich an der Sterne­klassifizierung des Dehoga beteiligt.