Hamburg

Nach Poletto-Brand: Polizei fasst zwei Verdächtige

Die Terrasse der „Poletto Winebar“ (r.)
nach dem Brandanschlag

Die Terrasse der „Poletto Winebar“ (r.) nach dem Brandanschlag

Foto: Michael Arning / HA

Die 19 und 23 Jahre alten Deutschen sollen wochenlang Dutzende Feuer gelegt haben – auch vor der „Poletto Winebar“.

Hamburg.  Wochenlang hatten Serienbrandstifter die Stadt in Atem gehalten und mehr als ein Dutzend Feuer gelegt. Jetzt sind sie gefasst – davon geht jedenfalls die Polizei aus. Zwei 19 und 23 Jahre alte Deutsche sollen für die Brände – unter anderem im Grindelviertel und nahe dem Holthusenbad – verantwortlich sein.

Zivilfahnder hatten in der Nacht zum Mittwoch zwei Männer beobachtet, die ein Auto in Brand setzen wollten. Gegen 3.15 Uhr observierten die Beamten das Duo. Sie sahen, wie die Verdächtigen sich am Kaiser-Friedrich-Ufer an einem geparkten Ford zu schaffen machten. Kurz darauf brannte der linke Vorderreifen des Wagens.

Fast täglich gab es Brände

Über Funk riefen die Fahnder Streifenwagenbesatzungen herbei. Diese nahmen die beiden Männer fest. In ihrer Vernehmung machten die Verdächtigen keine Aussage. Die Ermittler der Fachdienststelle für Brandermittlungen gehen aber davon aus, dass dem Duo auch die Brände der Serie zuzurechnen sind, die am 30. März an der Brahmsallee begonnen hatte. Dort war Material auf der Ladefläche eines Lastwagens angesteckt worden.

Danach gab es fast täglich Brände. Mal waren es Müllsäcke, die angesteckt wurden. Mal brannten Autos. Dann waren es Container, die in Flammen standen. Erst am Montag war die „Poletto Winebar“ am Eppendorfer Weg in Brand gesteckt worden. Dort brannten Gartenmöbel. Das Feuer griff auf eine Markise über. Eine Scheibe zu dem Lokal, das der Ex-Mann von TV-Köchin Cornelia Poletto vor fast acht Jahren eröffnet hatte, war schon durch die Hitze geborsten, als die Feuerwehr eintraf – und im letzten Moment ein Übergreifen der Flammen auf den Innenraum verhinderte.

Feuer zerstört Terrasse von Polettos Winebar:

Da alle der Serie zugerechneten Brände in den frühen Morgenstunden gelegt wurden und auch das Vorgehen der Täter jedesmal ähnlich war, ging die Polizei früh von einem Zusammenhang aus. Obwohl die beiden Festgenommenen in ihrer Vernehmung beim Landeskriminalamt keine Aussagen machten, sind die Beweise offenbar erdrückend.

Es besteht nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ein dringender Tatverdacht. Beide Männer sollten einem Haftrichter vorgeführt werden. In Hamburg war das Duo der Polizei bislang nicht im Zusammenhang mit Brandstiftungen bekannt. Beide fielen in der Vergangenheit aber schon wegen kleinerer Straftaten auf.

Großfeuer in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein werden die beiden Männer allerdings auch mit einem Großfeuer in Zusammenhang gebracht: Nachdem Anfang Oktober 2016 die Dreifeld-Tennishalle des TuS Holstein Quickborn durch ein Feuer zerstört worden war, stellten Brandermittler bei der Spurensicherung fest, dass es Brandstiftung war.

Nach Informationen des Abendblatts soll bereits konkret gegen zwei Männer ermittelt werden: dabei soll es sich um die beiden jetzt in Harvestehude festgenommenen Verdächtigen handeln. Das Feuer in der Tennishalle hatte einen Millionenschaden angerichtet. Die Halle stürzte ein, und auch das angrenzende Vereinsheim wurde durch das Feuer zerstört.