Hamburg

Es gibt immer so viel zu tun

Alexander Schuller

Die Geschichte begann mit der Sicherung für den Durchlauferhitzer: Sie springt in dem Moment heraus, als du dein eingeschäumtes Haar unter der Dusche ausspülen willst.

Also taperst du nass durch den Flur zur Abstellkammer, greifst halb blind um die Ecke und drückst den Sicherungshebel wieder nach oben. Kein Problem, weil oft geübt, doch eine unachtsame Bewegung fegt die ausrangierte Laptop-Tasche, in der du dein Schuhputzzeug aufbewahrst, von einem Bord in der Kammer hinunter und deren Inhalt verteilt sich über den Boden. Kann ja mal passieren, denkst du ärgerlich und räumst nach dem Duschen und Anziehen fluchend die Abstellkammer auf, denn du hast heute schließlich mehrere äußerst wichtige Termine!

Doch als du beim Zusammensammeln zwischen den Tuben, Dosen und Schuhbürsten vier Paar brandneue Schnürsenkel entdeckst, fällt dir ein, dass du mehrere solcher Schnürsenkelbevorratungen in diversen Schubladen hortest.

Warum nutzt du also nicht die Gunst der Stunde und bringst einmal so richtig Grund in die im Kleiderschrank integrierten Schuhfächer? Die du vorher aber noch mal absaugst, und weil du den Sauger gerade zur Hand hast, düst du rasch durch deine gesamte Wohnung und wischt danach noch schnell Bad und Küche.

Termine hin, Termine her: Beim Einräumen der Schuhregale fällt dir das obere ins Auge, das so nervig wackelt, weil es nur noch auf drei Nupsis ruht. Der vierte war nämlich irgendwann mal runtergefallen, und als du ihn eine Viertelstunde später zwischen deinen Socken findest, hast du spontan beschlossen, deinen gesamten Kleiderschrank auszumisten.

Wolltest du nicht auch schon lange dein Bett um einen Meter nach links verrücken? Das dauert tatsächlich nur eine Minute, doch jetzt hängen die Bilder an der Wand nicht mehr mittig. Außerdem solltest du unter dem Bett auch mal wieder saugen. Als du dann die Bettschubladen herausziehst, entdeckst du in ihnen Jacken, Pullover, Shirts und Hosen, die du lange vermisst hast. Aber eben auch nicht so sehr.

Eine Stunde später bist du auf dem Weg zum Altkleidercontainer. Danach nur noch flugs zum Baumarkt, Wandfarbe kaufen, Spachtel und Bilderhaken. Aber was ist mit deinen Terminen? Ach Gottchen, morgen ist doch auch noch ein Tag.