Sozialpolitik

Landespastorin Stoltenberg wird Ombudsfrau für Flüchtlinge

Annegrethe Stoltenberg am Dienstag bei ihrer Vorstellung im Hamburger Rathaus

Annegrethe Stoltenberg am Dienstag bei ihrer Vorstellung im Hamburger Rathaus

Foto: Axel Heimken / dpa

Ehemalige Diakoniechefin setzt vor allem auf Überzeugung. Sozialsenatorin Leonhard sieht Ombudsstelle auch als Kontrollinstanz.

Hamburg.  Die frühere Landespastorin Annegrethe Stoltenberg wird Ombudsfrau für die Flüchtlingsproblematik in Hamburg. Sie werde zusammen mit zwei fest angestellten Mitarbeitern Anlaufstelle in Beschwerdesituationen für alle mit der Flüchtlingsarbeit befassten Hamburger sein, teilte die Sozialbehörde am Dienstag mit. Bürger, Flüchtlinge und Helfer sollten die Möglichkeit erhalten, ihre Sorgen direkt zu äußern.

Frau Stoltenberg sei als durchsetzungsstarke und kompetente Schlichterin bei schwierigen Fragen bekannt, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Die ehemalige Landespastorin werde alle Fälle unabhängig bewerten können und erhalte vollen Zugang zu allen Flüchtlingsunterkünften. Zudem werde die Ombudsstelle eine Art Qualitätskontrolle für die Arbeit von Behörden beim Flüchtlingsthema sein, sagte die Senatorin.

Ombudsstelle soll „Leuchtturm“ werden

Im Kern gehe es darum, Konflikte zu lösen und Lösungen zu finden, fügte Leonhard hinzu. Die Ombudsstelle werde allerdings nicht in ausländerrechtlichen Fragen aktiv und lediglich außergerichtlich tätig werden. An die Ombudsstelle könnten sich beispielsweise Frauen wenden, die in einer Unterkunft bedrängt würden, sagte Johanna von Hammerstein vom Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen. Auch Flüchtlinge, die auf bürokratische Hindernisse stoßen, könnten diese bei Frau Stoltenberg ansprechen.

Ihr sei aus ihrer früheren Tätigkeit vertraut, dass Sozialarbeit konfliktreich sei, sagte Stoltenberg. Als Beispiel nannte sie das Verhältnis von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. Sie hoffe, dass die Ombudsstelle ein zentraler Leuchtturm für Hamburg werde und durch ihre Arbeit strukturelle Probleme deutlich und gelöst würden. Stoltenberg war früher Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks in Hamburg.

Auf die Frage, ob sie Druckmittel habe, um Probleme zu lösen, meinte Stoltenberg: „Daumenschrauben sind nicht mein Metier.“ Aber sie könne hart verhandeln und habe großes Vertrauen, bei der Lösung von Probleme über Reden erfolgreich zu sein. Die friedensstiftende Arbeit einer Ombudsstelle passe im Übrigen gut zu einer früheren Landespastorin. Die Kirche nehme im ehrenamtlichen Bereich der Flüchtlingsarbeit eine herausragende Rolle ein.