Hamburg

American Club sieht US-Präsident Trump kritisch

Hamburg. Am Sonnabend ist US-Präsident Donald Trump 100 Tage im Amt. Auch diesseits des Atlantiks wird seine Politik von Amerikanern beobachtet, die außerhalb ihrer Heimat leben. Zum Beispiel im American Club of Hamburg, einer 1904 gegründeten Vereinigung von Geschäftsleuten. Heute hat das Netzwerk rund 200 Mitglieder. Die 100-Tage-Bilanz Trumps sieht Clubpräsident David Zeller kritisch, wie er der Deutschen Presseagentur sagte.

Zeller (51) folgt dem amerikanischen Präsidenten nicht auf Twitter. „Aber selbstverständlich bekomme ich viele seiner Tweets mit, da ich intensiv über andere soziale Netzwerke und US-Medien wie der ,New York Times‘, CNN, ,USA Today‘, MSNBC die Bewertungen und nationalen sowie internationalen Reaktionen auf seine Tweets verfolge“, sagt er. „Und ich muss sagen, noch immer spiegeln viele seiner Äußerungen nicht das Bild, das ich als Amerikaner von einem US-Präsidenten habe.“

Im American Club Hamburg, einem Netzwerk für Deutsche und Amerikaner in Norddeutschland, sei die Stimmung nach Zellers Beobachtung geteilt. „Es gibt durchaus Mitglieder, die große Hoffnung in Präsident Trump und seine Versprechen für wirtschaftlichen Aufschwung in den USA setzen. Die Mehrheit aber sieht seine Entscheidungen innerhalb der ersten 100 Amtstage sehr kritisch und hat nicht die Erwartung, dass er einen moderateren, internationaleren und für die US-Wirtschaft erfolgreichen Kurs einschlagen wird. Mich persönlich eingeschlossen.“

Für eine Antwort auf die Frage, ob sich die Geschäftsbeziehungen zwischen Norddeutschland und den USA nach Trumps Antritt spürbar anders entwickeln, sei es noch zu früh. „ Aber wir blicken auf Jahrzehnte sehr erfolgreicher Geschäftsbeziehungen zwischen unseren Ländern zurück. Und da üben auch wir Amerikaner in der Hansestadt uns in norddeutscher Gelassenheit.“ Zeller stammt aus New York und lebt seit mehr als zehn Jahren in Deutschland. Er ist Inhaber und Geschäftsführer einer Branding-Agentur.