Hafencity

Weite Teile der HafenCity werden für G20 gesperrt

Zutritt nur für Polizisten und Anwohner. Elbphilharmonie besonders stark gesichert

Hafencity.  Wenn Anfang Juli die wichtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt in Hamburg sind, wird die Elbphilharmonie ebenso wie die Messehallen eine zentrale Rolle spielen. Die Sicherheitsbehörden haben darauf reagiert und Hamburgs neues Wahrzeichen für den 7. und 8. Juli zum Hochsicherheitsbereich erklärt. Wie an den Messehallen wird es dort dann zwei Sicherheitszonen geben, durch die die Elbphilharmonie abgeriegelt wird.

Mit einem Sonderkonzert, das auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und viele weitere Staats- und Regierungschefs in der Elbphilharmonie besuchen werden, präsentiert sich Hamburg während des G20-Gipfels von seiner kulturellen Seite. Auch ein gemeinsames Foto der Staats- und Regierungschefs vor dem imposanten Bauwerk ist geplant. Für den mittlerweile rund 80 Beamte starken Planungsstab der Polizei ist die Elbphilharmonie damit einer der beiden zentralen Punkte der zweitägigen Veranstaltung.

Bundeswehr soll mehr tun, als nur den Luftraum zu sichern

Das Konzerthaus selbst soll zur „Sicherheitszone 1“ werden, die nur akkreditierte Personen betreten dürfen, die zuvor einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden. Dort ist, wie auch in der Sicherheitszone 1 der Messehallen, das Bundeskriminalamt (BKA) für die Sicherheit zuständig. Im äußeren Bereich der Elbphilharmonie wird es eine „Zone 2“ geben. Hier hat dann die Hamburger Polizei die Verantwortung. Das Areal gilt unter Fachleuten als „gut zu sichern“.

Die Elbphilharmonie ist an drei Seiten von Wasser umgeben. Dort werden Polizeiboote in Stellung gebracht. Die Elbphilharmonie selbst ist lediglich über die Mahatma-Gandhi-Brücke und die Straße Am Kaiserkai zu erreichen. Diesen Bereich wird die Polizei absperren.

Zudem will die Polizei in der gesamten HafenCity eine starke Präsenz zeigen. Auch hier spielen die Gegebenheiten den Sicherheitskräften in die Hände: Die Speicherstadt und der übrige Teil der HafenCity sind auch zur Innenstadt hin von Wasser durchzogen. Dort können der Binnenhafen, das Kehrwiederfleet und der Sandtorhafen nur über einige wenige Brücken überquert werden, die aus Sicht der Polizei leicht zu sichern sind.

Zur Zone 2 werden nur Sicherheitskräfte und Anwohner Zutritt haben. Die genauen Grenzen wird die Polizei noch bekannt geben. Der Sicherheitsbereich werde, so heißt es bei der Polizei, „so klein wie möglich gehalten“. Mit im Einsatz werden in dem gesamten Bereich auch Sondereinsatzkommandos und Scharfschützen sein, die das Gebiet aus taktisch günstigen Positionen überwachen.

Unklar soll nach wie vor sein, wo US-Präsident Donald Trump übernachten wird. Seit der Absage des Hotels Vier Jahreszeiten gibt es etliche Spekulationen. So sind auch Hotels in Berlin als mögliche Übernachtungsorte noch im Gespräch, sogar von Lübeck war zwischenzeitlich die Rede.

Letztendlich wird der Secret Service, der für den Personenschutz des amerikanischen Präsidenten zuständig ist, darüber entscheiden. Generell gilt, dass die in der höchsten Sicherheitsstufe eingestuften Staats- und Regierungschefs so nah wie möglich am Tagungsort und damit im Innenstadtbereich untergebracht werden sollen, um die zu überwachenden Wege vom Hotel zum Tagungsort so kurz wie möglich zu halten.

Fest steht: Die Bundeswehr wird während des Gipfels nicht nur bei der Sicherung des Luftraums eine Rolle spielen. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Wieland Schinnenburg (FDP) und Michael Kruse (FDP) hervor.

Im Juli sind mehr als 15.000 Beamte im Einsatz

Schon am 4. April hatte die Polizei beim Landeskommando der Bundeswehr in Hamburg einen Antrag auf Amtshilfe zur Versorgung verletzter und erkrankter Polizeibeamter gestellt.

Während des Gipfels werden allein unter der Führung der Hamburger Polizei mehr als 15.000 Beamte im Einsatz sein, darunter auch viele aus anderen Bundesländern. Dazu kommen noch Beamte der Bundespolizei und BKA-Beamte, die in der jeweiligen „Sicherheitszone 1“ eingesetzt werden. In Hamburg sind außerdem die sogenannten Plankrankenhäuser an der Notfallversorgung beteiligt. Die Feuerwehr ist für die Koordination der Versorgung von Verletzten vor der Einlieferung in ein Krankenhaus zuständig.

Über Erfahrungen in Bezug auf die Zahl der zu erwartenden Verletzten verfügen die Planer nicht. Das lässt sich jedenfalls aus der Antwort des Senats auf die Anfrage der FDP-Politiker schließen.

Die Konzepte der Feuerwehr sind noch unter Verschluss

Entsprechende Daten der vergangenen drei Gipfel, die in Brisbane, Antalya und Hangzhou stattfanden, liegen Hamburgs Behörden laut Senat nicht vor.

Welche Pläne die Verantwortlichen haben, um Verletzte vor Ort zu versorgen, ist ebenfalls nicht bekannt. Die entsprechenden Konzepte der Feuerwehr werden laut Senat aus Sicherheitsgründen als „Verschlusssache“ eingestuft. Damit bekommen nur jene Personen von den Plänen Kenntnis, die in dem jeweiligen Bereich eingesetzt sind.