Demonstration

1500 Teilnehmer beim Hamburger Ostermarsch

1500 Demonstranten zogen am Montagmittag durch den Hamburger Stadtteil St. Georg

1500 Demonstranten zogen am Montagmittag durch den Hamburger Stadtteil St. Georg

Foto: Roland Magunia

Der Protest richtete sich gegen die Erhöhung des Rüstungshaushaltes und Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Hamburg.  „Den Kriegen zum Trotz: Frieden jetzt! Sofort!“ – unter diesem Motto stand der traditionelle Ostermarsch, der am Montag in der Hamburger Innenstadt stattfand. Rund 1500 Hamburger nahmen an der Demonstration teil, die am Mittag lautstark durch den Stadtteil St. Georg zog.

Dazu aufgerufen hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung. „Wir rechnen mit 800 bis 1000 Leuten, aber so wie es jetzt aussieht, sind es eher mehr als sonst“, sagte Markus Gunkel, der die Demonstration angemeldet hatte, bei der Auftaktkundgebung am St.-Georgs-Kirchhof.

Gegen Rüstungsexporte

Der Protest richte sich vor allem gegen die Erhöhung des Rüstungshaushaltes durch die Bundesregierung, die Auslandseinsätze von deutschen Soldaten und gegen Rüstungsexporte, sagte Gunkel. Außerdem riefen die Demonstranten zur Solidarität mit Flüchtlingen auf.

Die aktuelle Weltlage beunruhigt die Ostermarschierer. Das Ergebnis des Referendums, mit dem Erdogan am Sonntag die Zustimmung für die Einführung des Präsidialsystems erhalten hat, „sei eine Katastrophe für das Land“, sagte Gunkel. Auch die Lage in Nordkorea sei brandgefährlich.

Zu dem Ostermarsch hatte sich ein buntes Spektrum unterschiedlicher Gruppierungen zusammengeschlossen. Über den Köpfen der Teilnehmer wehten vor allem Fahnen von linken Gruppierungen wie zum Beispiel DKP, Die Linke und die MLPD. Der Hamburger Ver.di-Vorsitzende Olaf Harms forderte ein Ende der Rüstungsproduktion. Die Ausgaben für die Bundeswehr müssten nicht wie geplant erhöht, sondern gesenkt werden, um sichere Renten und angemessene Löhne zu finanzieren.

Mit dabei waren auch Vertreter der rechtspopulistischen Partei „Deutsche Mitte“, die auf einem Plakat forderten, die „aggressive Einmischung“ Deutschlands in den „Herkunftsländern der Zuwanderer“ zu stoppen.

Unter den Demonstranten waren viele ältere Menschen, so wie Slawiza Buhl, 61. Sie ist hier, um ihren Unmut über die vielen Kriege in der Welt zu äußern – „in der Hoffnung, dass es etwas bringt“.