Neue Spielzeit

Bela B. bringt den Wilden Westen nach Winterhude

Bela B. (hier bei einer Vorstellung in Erfurt) bringt das Western-Muscial „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“ in die Komödie Winterhuder Fährhaus

Bela B. (hier bei einer Vorstellung in Erfurt) bringt das Western-Muscial „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“ in die Komödie Winterhuder Fährhaus

Foto: imago/Karina Hessland

Noch-Intendant Michael Lang zieht positive Bilanz. Theaterleiterin Britta Duah präsentiert ihre erste Saison am Winterhuder Fährhaus.

Hamburg.  In der vergangenen Woche stellte er den Spielplan an seiner neuen Arbeitsstätte im Ohnsorg-Theater vor, gestern leitete Michael Lang seine letzte Pressekonferenz in der Komödie Winterhuder Fährhaus und zog mehr als nur Saisonbilanz. „Wir haben versucht, ein unverwechselbares und vielfältiges Programm zu machen und Spielpläne gegen ein Schubladendenken zu gestalten“, sagte der Intendant, der das Haus an der Hudtwalckerstraße 19 Jahre lang geleitet hat und es zum 1. August an Nachfolgerin Britta Duah übergeben wird.

Mit den Zahlen der Saison 2015/16 und der noch laufenden Saison zeigte sich Lang zufrieden. Im vierten Jahr hintereinander erreichte die Komödie eine Zuschauerauslastung von 70 Prozent. So viel benötigt eine private Bühne, um alle Kosten zu decken. 177.525 Besucher kamen insgesamt zu den fast 600 Veranstaltungen.

Das Theater Kontraste bleibt vorerst erhalten

Die Komödie setzt nicht nur auf publikumswirksame Boulevard-Komödien, sondern leistet sich mit dem Theater Kontraste auch eine Studiobühne, in der ernstere Stoffe gespielt werden. Bei nur 100 Plätzen ist der kleine Saal trotz einer Auslastung von 85 Prozent defizitär und kann nur dank einer Subvention von 140.000 Euro jährlich überleben. Wie es mit dem Theater Kontraste nach Langs Weggang ans Ohnsorg weiter geht, ist noch nicht endgültig geklärt.

Geeinigt hat Lang sich mit Jürgen und Martin Woelffer, den Inhabern des Berliner Theaters am Kurfürstendamm und der Komödie Winterhuder Fährhaus, das Kontraste-Programm noch bis zum Ende der Spielzeit 2017/18 weiterzuführen. Geplant sind in der nächsten Spielzeit Wiederaufnahmen wie „Mutti“ und „Der Vorname“, Ende Februar 2018 wird es eine Premiere geben, über die Lang noch keine Details verraten durfte.

Bela B.s Western-Musical steht im Dezember auf dem Plan

Britta Duah, die bisherige Vertriebschefin und von August an neue Theaterleiterin, stellte das Programm der kommenden Spielzeit vor, das – natürlich - auf Komödien setzt, die sowohl in Berlin als auch in Hamburg laufen, denn über das künstlerische Hauptprogramm entscheiden die Woelffers in Berlin. Am 8. September beginnt die neue Saison mit „Als ob es regnen würde“, einem Boulevardstück von Sébastien Thiéry, das 2012 in Paris uraufgeführt wurde und dort lange und erfolgreich lief. Zu den bekanntesten Schauspielern, die in Winterhude gastieren, gehört Ralf Bauer („Gegen den Wind“), der vom März 2018 an in „Das Lächeln der Frauen“ auf der Bühne stehen wird.

Martin Woelffer, in Zukunft künstlerischer Leiter, wird im Mai 2018 „Wir sind die Neuen“ inszenieren, das auf dem gleichnamigen Film beruht. Darin spielten Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn und Gisela Schneeberger eine Alten-WG, die von ein paar Studenten über ihnen genervt ist. Die spießigen Studenten bestehen nämlich auf strikter Einhaltung der Nachtruhe.

Zum Abschluss der Spielzeit ist der Hamburger Kabarettist Michael Ehnert zusammen mit seiner Frau Jeniffer in „Doppelfehler“ zu erleben, einer Ehe-Komödie aus Australien. Ein weiterer Clou dürfte das Gastspiel von Ärzte-Schlagzeuger Bela B. im Dezember 2017 werden. Zusammen mit der Sängerin Peta Devlin, der Band Smokestack Lightnin’ und ein paar Gästen wie Oliver Rohrbeck („Die Drei ???“) präsentiert Bela B. das Live-Hörspiel „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“, ein Spaghetti-Western mit viel Twang-Gitarren, Country und Rockabilly. Britta Duah kündigte an, neue Akzente setzen zu wollen. Ein Wildwest-Hörspiel zählt sicher dazu.

Den vollständigen Spielplan finden Sie auf der Webseite der Komödie Winterhuder Fährhaus.