Airport

A380 in Hamburg? Emirates-Manager hält Einsatz für möglich

| Lesedauer: 3 Minuten
Wolfgang Horch
Volker Kreiner ist bei Emirates Chef des Nord- und Mitteleuropageschäfts

Volker Kreiner ist bei Emirates Chef des Nord- und Mitteleuropageschäfts

Foto: Emirates

Emirates-Manager Volker Greiner spricht im Interview über den weltgrößten Passagierjet, die Elbphilharmonie und den HSV.

Hamburg.  Die Fluggesellschaft ist seit Jahren HSV-Trikotsponsor, ein Großkunde von Airbus und bietet die einzige Langstreckenverbindung vom Hamburger Flughafen aus an – Emirates aus Dubai hat viele Berührungspunkte mit Hamburg. Das Abendblatt sprach darüber mit Volker Greiner (53), der bei Emirates als Chef des Nord- und Mitteleuropa-Geschäfts auch verantwortlich für Deutschland ist.

Herr Greiner, wie wird die Elbphilharmonie in Dubai wahrgenommen?

Volker Greiner: Die Elbphilharmonie hat das Potenzial, ein internationales Wahrzeichen für Hamburg zu werden. In der arabischen Region hat die Eröffnung ein breites Medienecho erhalten. Zumal die Region und speziell die Vereinigten Arabischen Emirate sehr kulturaffin und architekturinteressiert sind. Die Elbphilharmonie wird sicher viel Nachfrage von Touristen aus dem arabischen Raum generieren.

Erhöht das die Chancen, dass sie bald mit dem größten Passagierjet der Welt, dem A380, nach Hamburg kommen?

Seit wir die Strecke 2006 aufgenommen haben, steigt die Nachfrage permanent. Unsere Flüge sind sehr gut ausgelastet, dabei haben wir täglich mit zwei Starts und Landungen in der Boeing 777 insgesamt mehr als 1400 Plätze auf der Strecke zwischen Hamburg und unserem Drehkreuz Dubai im Angebot. Wir beobachten das Kundeninteresse permanent, das Potenzial als A380-Strecke ist definitiv vorhanden. Der Flughafen schafft mit dem Bau der Doppelfluggastbrücken derzeit die infrastrukturellen Voraussetzungen. Momentan haben wir aber noch keinen festen Zeitpunkt für den Einsatz des A380 auf der Strecke – doch bei weiterhin hoher Nachfrage könnten wir kurzfristig reagieren. Andere Nonstop-Ziele als Dubai sind ab Fuhlsbüttel nicht geplant.

Was genau macht Emirates überhaupt in Hamburg?

Wir haben dort mehr als 30 Beschäftigte. Der Großteil von ihnen ist zuständig für den Flugbetrieb, fertigt Passagiere, unsere zwei täglichen 777-Jets und Fracht ab – immerhin bis zu 20 Tonnen pro Maschine. Wir haben Kollegen in unserer exklusiven First- und Business-Class-Lounge, die mit 900 Quadratmetern eine der größten in Europa ist. Ein Team von circa fünf Leuten ist auf Finkenwerder bei Airbus und kümmert sich um die Abnahme unserer A380-Maschinen, die dort ausgeliefert werden.

Airbus mangelt es an neuen Abnehmern für den A380. Warum glaubt Emirates an den Großraum-Jet?

Weil wir sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben. Die Auslastung auf den A380-Strecken ist immer sehr gut. Die Kunden lieben es, A380 zu fliegen. Die Neugierde und Euphorie bei den Passagieren ist selbst nach neun Jahren im Einsatz immer noch sehr hoch. Deshalb halten wir an dem Flugzeugtyp fest – und werden das auch in der Zukunft tun.

Sie sind seit 2006 Trikotsponsor des HSV. Was hat Ihnen die Partnerschaft gebracht? Und wollen Sie den Vertrag über 2019 hinaus verlängern?

Der HSV ist als Marke europaweit bekannt – auch wenn zuletzt die Erfolge ausgeblieben sind. Wir stehen loyal zu unserem Partner. Mit einem Markenwert von 7,7 Milliarden US-Dollar sind wir die wertvollste Airline-Marke weltweit. Das HSV-Sponsoring hat uns geholfen, Emirates in Deutschland bekannter zu machen – hinzu kommt, dass Fußball der mit Abstand populärste Sport und der HSV als einziges Gründungsmitglied der Bundesliga noch nie abgestiegen ist.

Über eine Verlängerung des Sponsoring-Vertrages werden wir aber frühestens im Sommer 2018 in Gespräche treten. Noch ist es dazu zu früh.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg