Hamburg

Trotz Kündigung: Biergarten im Stadtpark öffnet einfach

Biergartenbesucher im Hamburger Stadtpark

Biergartenbesucher im Hamburger Stadtpark

Foto: Andreas Laible

Die Stadt hatte dem Betreiber längst gekündigt. Doch am Wochenende öffnete er den Gastro-Betrieb und lockte etliche Besucher.

Hamburg.  Hafenstraße, Gängeviertel oder jüngst das KoZe im Münzviertel – immer wieder mal kommt es zu Hausbesetzungen in Hamburg. Einen besetzten Biergarten gab es bislang aber noch nicht. Jetzt schon. Der Pächter vom „Schumachers Biergarten“ im Stadtpark hat das frühlingshafte Wetter am Sonnabend genutzt und sein beliebtes Lokal geöffnet. Dabei hatte ihm Vermieter Bäderland zum 31. Dezember 2016 gekündigt.

Schon nach dem Saisonende im vergangenen Herbst hatten die Biergarten-Betreiber auf ihrer Facebook-Seite angekündigt: „Wir öffnen wieder im März sobald die Sonne rauskommt.“ Am Freitag hatten sie dann für den Sonnabend „lecker Bratwurst und Bierchen“ in Aussicht gestellt – und damit auch etliche Besucher angelockt.

Bei Bäderland ist man konsterniert. „Der Pächter hätte schon längst ausziehen müssen“, so Sprecher Michael Dietel. Das Unternehmen hat bereits eine Räumungsklage gegen den Betreiber erhoben, sie wird in zwei Wochen verhandelt. Vor diesem Termin will sich niemand vom Biergarten-Team äußern.

Nach dem Rechtsstreit wird weiter geplant

„Nach dem Rechtstreit, am 23. März, geht es weiter“, so ein Mitarbeiter auf Abendblatt-Anfrage. Was er konkret damit meinte, ließ er jedoch offen. Bäderland hofft, dass der Streit bis zum Beginn der Freibadsaison im Mai beendet ist und der Pächter die Räumlichkeiten verlassen hat. Man sei bereits mit potenziellen Nachfolgern im Gespräch, sagt Sprecher Dietel. Rund 30 Interessenten hätten sich auf ein entsprechendes Gesuch gemeldet. „Darunter sind erfahrene Gastronomen mit patenten Ideen.“

Ein konkretes Konzept gibt es noch nicht. Fest steht aber, dass an dem attraktiven Standort am Stadtparksee wieder ein „sommerlich ausgerichtetes Angebot“ entstehen soll – also ein Biergarten oder ein Beach-Club mit, so Dietel, „eher Currywurst und Pommes statt Sushi“. Baulich wolle man aber nicht viel verändern. Eine „Stadthalle“, wie sie das Hamburger Wochenblatt ins Spiel gebracht hatte, ist daher eher unwahrscheinlich. Ein Restaurant dieses Namens hatte sich vor fast 100 Jahren am jetzigen Standort des „ Schumachers“ befunden. Es war nach den Plänen von Fritz Schumacher (1869 – 1947) errichtet worden und bot bis zu 14.000 Gästen Platz. Im Krieg zerstört, wurde es Anfang der 1950er Jahre ganz abgerissen.