St. Pauli

Eine Spielwiese für Stadtplaner: Was aus früheren Plänen wurde

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St. Pauli.  Der Spielbudenplatz war schon immer eine Bühne für innovative Ideen. Das Spektrum der nicht realisierten Projekte reicht von einer „Restaurantstadt“ in den 1960er-Jahren bis zu glänzenden Stahlplatten und Leuchtdioden im Jahr 2004.

Die spektakulärste und wohl umstrittenste Idee präsentierte der US-Künstler Jeff ­Koons im Jahr 2003, politisch vom damaligen Bausenator Mario Mettbach (Schill-Partei) unterstützt. Auf dem Spielbudenplatz sollte ein Kunstwerk aus zwei 110 Meter hohen Kränen gebaut werden, an denen pittoreske Gummi-Enten mit Schwimmring und Schnurrbart hängen. Auf Steuerzahlerkosten ließ Mettbach 100.000 Euro für eine Idee springen, die in der Bevölkerung auf breite Ablehnung stieß. Verwirklicht wurde sie deshalb nicht.

Bessere Chancen auf Realisierung hatte das Projekt der französisch-schweizerischen Bildhauerin Niki de Saint Phalle. In Deutschland ist sie vor allem mit ihren bunten „Nana“-Figuren, die Hannovers Innenstadt zieren, bekannt worden. Ihr Entwurf ging aus einem Bürgerwettbewerb zur Neugestaltung des Spielbudenplatzes 1997 als Sieger hervor. Auf dem 300 Meter langen und 40 Meter breiten Areal sollten zwei wuchtige, im typischen Stil der Künstlerin farbenfroh gestaltete Drachenfiguren über St. Pauli und die Reeperbahn blicken. Weil Drachen in der Mythologie bekanntlich Feuer spucken, plante Niki de Saint Phalle den Einsatz von Laserstrahlen. Sie sollten von den Drachenaugen über den Spielbudenplatz blitzen. Auch aus diesem Projekt, für das der Senat 2,5 Millionen Euro bezahlen wollte, wurde nichts. Die Künstlerin starb 2002 in San Diego und konnte ihre Figuren nicht vollenden. Ebenfalls scheiterte eine Idee der Bau­-behörde im Jahr 1986, auf dem Platz einen Luxusliner aus Stein und Beton aufzustellen, passend zum Hafenflair und offen für Glücksspiel und erotische Abenteuer. Der geplante „Hauch von Las Vegas“ war letztendlich viel Wind um nichts.

( esh )

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