Einkommensunterschiede

Hamburgs Beamte schaffen es nicht unter Spitzenverdiener

 Eine junge Lehrerin schreibt  an eine Schultafel (Symbol)

Eine junge Lehrerin schreibt an eine Schultafel (Symbol)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Ob man Polizist in Berlin oder Bayern ist, macht große Unterschiede. Zumindest im Portemonnaie. 59.316 Euro für Gymnasiallehrer.

Hamburg. Lehrer, Polizisten und andere Beamte verdienen in Hamburg oft weniger, gemessen an den Einkünften von Kollegen in anderen Bundesländern. Bayerische Beamte dagegen bekommen im Ländervergleich die höchsten Gehälter, wie aus dem neuen Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervorgeht.

In Hamburg verdient etwa ein vom Land beschäftigter Gymnasiallehrer der Besoldungsgruppe A 13 insgesamt 59.316 Euro. Die gleich eingestuften Kollegen erhalten im Bundesdurchschnitt derzeit ein Jahresbruttogehalt von 59.794 Euro. Andere Beispiele sind Berlin (57.061), Rheinland-Pfalz (57.928), Saarland (58.172), Brandenburg (58.396), Bremen (58.589), Schleswig-Holstein (58.874), Sachsen-Anhalt (59.452) und Nordrhein-Westfalen (59.590). Bundesbeamte dieser Besoldungsgruppe bekommen laut DGB-Report 6913 Euro brutto mehr als ihre Kollegen beim Dienstherrn Berlin – auch wenn sie ebenfalls in Berlin leben und arbeiten.

Kritik an Unterschieden

DGB-Vize Elke Hannack sagte: „Mit der Besoldung nach Kassenlage muss endlich Schluss sein, denn damit büßt der öffentliche Dienst weiter an Attraktivität ein und kann sich kaum für künftige Herausforderungen wappnen.“ Schon heute fehle qualifiziertes Personal in einer Größenordnung von bis zu 110.000 Beschäftigten, sagte Hannack unter Berufung auf eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Für Beamte können Gewerkschaften keine Tarifverträge abschließen. Ihre Dienstherren übertragen die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst in der Regel auf sie, machen dabei aber häufig Abstriche. Seit 2006 können die Länder wie der Bund entscheiden, ob und wie sie die Tarifabschüsse für die eigenen Beamten übernehmen wollen.