Feuerwehr

Pfefferspray an Hamburger Gymnasium versprüht

Pfefferspray: Einsatz der Feuerwehr am Wilhelm-Gymnasium

Pfefferspray: Einsatz der Feuerwehr am Wilhelm-Gymnasium

Foto: Michael Arning

Das Reizgas wurde im Bereich des Lehrerzimmers versprüht. 30 Feuerwehrleute im Einsatz. Gebäude musste evakuiert werden.

Hamburg.  Schon wieder ist Reizgas in einer Hamburger Schule versprüht worden. Am Montagmittag rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zum Wilhelm Gymnasium am Klosterstieg aus. Ein bisher unbekannter Täter hatte im Bereich des Lehrerzimmers Pfefferspray versprüht. Daraufhin wurde das Schulgebäude komplett geräumt.

Die Feuerwehr hatte um 12.45 Uhr den Alarm „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst, sechs Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) rasten zum Wilhelm Gymnasium. Insgesamt waren 30 Feuerwehrleute im Einsatz. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger klagten wenigstens zwei Lehrer über Atembeschwerden- und Augenreizungen, insgesamt seien drei Personen gesichtet und behandelt worden, allerdings habe niemand ins Krankenhaus befördert werden müssen. Die Menge an ausgetretenem Reizgas war aber offenbar so gering, dass der Umweltzug der Feuerwehr in der Luft keine Reizstoffe mehr feststellen konnte. Nach der Belüftung des Gebäudes beendete die Feuerwehr den Einsatz.

Vorfälle mit Reizgas an Schulen häufen sich in Hamburg

Erst am 11. Januar waren durch eine mutmaßliche Pfefferspray-Attacke im Luisen-Gymnasium (Bergedorf) acht Schüler und ein Lehrer verletzt worden. Zwei Tage später klagten Schüler im Gymnasium Rahlstedt an der Scharbeutzer Straße 13 Schüler über Beschwerden, nachdem sie aus dem Bereich der Toiletten einen ätzenden, stechenden Geruch wahrgenommen hatten. Am 20. Dezember waren fast gleichzeitig die Berufsschule am Göhlbachtal in Eißendorf und die Stadtteilschule am Heidberg betroffen. 56 Schüler mussten rettungsdienstlich versorgt, elf mit Atemwegs- und Augenreizungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Pfefferspray kann praktisch jeder kaufen: Wenn es als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist, wie es üblicherweise bei den im Handel erhältlichen Modellen der Fall ist, gibt es keine Altersbeschränkung. Zuletzt kritisierte die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien Schulsenator Ties Rabe (SPD) für dessen „laxen Umgang“ mit dem Thema Reizgas. So würden derartige Vorfälle weder statistisch erfasst, noch gebe es eine Meldepflicht oder eine Pflichtinformation an die Eltern.