Metropolregion

Schwerin und Parchim in Metropolregion Hamburg aufgenommen

Die drei Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer mit Bürgermeister Olaf Scholz im Festsaal des Rathauses (v. l.):  Erwin Sellering (MV ), Torsten Albig (SH), Stephan Weil (Nds) und Bürgermeister Olaf Scholz.

Die drei Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer mit Bürgermeister Olaf Scholz im Festsaal des Rathauses (v. l.): Erwin Sellering (MV ), Torsten Albig (SH), Stephan Weil (Nds) und Bürgermeister Olaf Scholz.

Foto: HA / Klaus Bodig

Damit wächst die Fläche dieser Kooperation auf knapp 28.500 Quadratkilometer und ist jetzt fast so groß wie Belgien.

Hamburg/Schwerin. Die Metropolregion Hamburg wächst weiter: Bei einer feierlichen Zeremonie vor 300 Gästen im Hamburger Rathaus wurden am Montag aus Mecklenburg-Vorpommern die Landeshauptstadt Schwerin und der Altkreis Parchim aufgenommen. Außerdem kamen zehn Kammern, der Unternehmerverband Nord und der Deutsche Gewerkschaftsbund hinzu.

Damit komme die Metropolregion nun auf 5,3 Millionen Einwohner – etwa so viel wie Norwegen – und auf ein Bruttoinlandsprodukt von 196 Milliarden Euro, das entspreche etwa der Wirtschaftsleistung Finnlands oder Portugals, betonte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). „Das macht schon was her“, so Scholz mit Blick auf die Anziehungskraft der Region für Unternehmen und Arbeitskräfte.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) betonte, dass für den Landesteil Mecklenburg Hamburg schon früher die Metropole gewesen sei. Die enge Beziehung sei nach der Wende wieder aufgenommen worden und habe zum schnellen Aufschwung der Region beigetragen. Für die Zukunft wünsche er sich einen Verkehrsverbund für die ganze Metropolregion, von der die Pendler nach Hamburg ebenso profitieren könnten wie die Hamburger Urlauber an der Ostseeküste.

Norddeutschlands Wettbewerbsfähigkeit soll verbessert werden

Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie Sozialpartner, die zusammen die Initiative pro Metropolregion Hamburg (IMH) bilden, wollen vor allem die Wettbewerbsfähigkeit Norddeutschlands national und international verbessern: „Die Wirtschaft kann nun in den Gremien der Metropolregion Hamburg mitwirken und bringt zusätzlich finanzielle und personelle Ressourcen ein“, sagte Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Vorstandsvorsitzender der IMH und Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg. „Wir wollen viele gute wirtschaftsrelevante Projekte anstoßen.“ Derzeit wird ein Projekt zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt der Metropolregion vorbereitet.

Zu dem Verbund gehören 17 Kreise, drei kreisfreie Städte und Hamburg

Die Metropolregion Hamburg umfasst 17 Kreise und Landkreise, drei kreisfreie Städte sowie die Stadt Hamburg. Mit der Erweiterung wächst die Fläche um gut 2.300 auf knapp 28.500 Quadratkilometer wächst. Damit ist die Metropolregion Hamburg fast so groß wie Belgien.

Angesichts der Tatsache, dass alle vier Nord-Länder von Sozialdemokraten regiert werden, sprach CDU-Fraktionschef André Trepoll von einem „SPD-Klassentreffen mit vier Ministerpräsidenten“, das vor allem „große Symbolik für das Poesiealbum“ hervorgebracht habe. Bei Produktivität und Kaufkraft liege die Metropolregion Hamburg derzeit nur auf dem vorletzten Platz der Metropolregionen in Deutschland, kritisierte Trepoll. „Neue Projekte in der Verwaltungszusammenarbeit, gemeinsame Initiativen für Gründer oder Konzepte für Gewerbeansiedlung oder eine gemeinsame Koordination wichtiger Infrastrukturprojekte würden diese Hülle mehr mit Leben füllen.“