Religion

Staatsvertrag: Wer die islamischen Verbände sind

Sedat Şimşek ist seit 2009 der Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-Nord, die Hamburg, Schleswig-Holstein und Teile von Niedersachsen umfasst

Sedat Şimşek ist seit 2009 der Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-Nord, die Hamburg, Schleswig-Holstein und Teile von Niedersachsen umfasst

Foto: Anne Dewitz / HA

Den Staatsvertrag mit der Hansestadt haben Ditib, Schura und VIKZ unterzeichnet. Informationen zu den Verbänden.

Hamburg.  Neben Staatsverträgen mit der Jüdischen Gemeinde, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK) sowie der Katholischen Kirche schloss die Hansestadt Hamburg im Jahr 2012 auch einen Staatsvertrag mit den Muslimen und Aleviten. Partner dieses Vertrags ist neben Ditib und der Schura auch der Verband der islamischen Kulturzentren, der VIKZ.


Ditib wurde im Jahr 1984 gegründet und umfasst nach eigenen Angaben heute 896 Ortsgemeinden, davon neun in Hamburg direkt und 26 weitere in Schleswig-Holstein. Die Anzahl der überwiegend sunnitischen Mitglieder ist nicht bekannt. Die Gemeinde gilt als umstritten, da sie stark von der türkischen Religionsbehörde Diyanet beeinflusst wird. Es ist deshalb oft die Rede von Ditib als Erdogans „verlängertem Arm“. Der Verband selbst bekennt sich auf seiner Homepage zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik und lehnt dort Gewalt und Aufrufe zur Gewalt grundsätzlich ab.


Schura Der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e. V. ist ein Zusammenschluss verschiedener islamischer Gemeinden der Hansestadt, der zurzeit 54 Mitgliedsvereine zählt. Sie sprechen sowohl für Sunniten als auch für Schiiten, über die genaue Anzahl kann jedoch keine Auskunft gegeben werden. Nach eigenen Angaben wünschen sie sich einen kritischen, aber gleichzeitig offenen Dialog und eine gegenseitige Achtung zwischen den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften. Umstritten ist jedoch ihr Vorsitzender Mustafa Yoldas, der zeitweise Funktionär der als extremistisch geltenden Organisation Milli Görüs war.


VIKZ wurde im Jahr 1973 gegründet und umfasst inzwischen 300 selbstständige Moscheen- und Bildungsvereine, davon sieben in Hamburg. Die genaue Mitgliederzahl ist unbekannt. Die Verbände gehören der sunnitisch-hanafitischen Ausrichtung des Islam an und widmen sich der religiösen, sozialen und kulturellen Betreuung von Muslimen in Deutschland. Diese Ausrichtung des Islam setzt die absolute Liebe zum Schöpfer in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns der Gläubigen.