Hamburg

Hamburgs Asklepios Kliniken gründen ein Tumorzentrum

Durch die Zusammenarbeit im Tumorzentrum wird es auch möglich, dass Experten Patienten an anderen Asklepios Kliniken operieren

Durch die Zusammenarbeit im Tumorzentrum wird es auch möglich, dass Experten Patienten an anderen Asklepios Kliniken operieren

Foto: Getty Images/iStockphoto

Die sieben Hamburger Krankenhäuser des Konzerns wollen in der Behandlung von Krebspatienten standortübergreifend zusammenarbeiten.

Hamburg.  Die Hamburger Asklepios Kliniken wollen künftig bei der Behandlung von Krebspatienten enger zusammenarbeiten und so die Versorgung verbessern. Für diese standortübergreifende Zusammenarbeit hat der Klinikkonzern das Tumorzentrum Hamburg gegründet. Darin sind neun zertifizierte Zentren zur Behandlung spezieller Tumoren an den Hamburger Asklepios Kliniken zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem Tumore der Brust, des Darms, der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, des Magens, der Leber und Gallenwege, der Haut und des Kopf-Hals-Wirbelsäulen-Bereichs.

Pro Jahr mehr als 16.000 Krebspatienten

„An den Hamburger Asklepios Kliniken arbeiten 200 Chef- und Oberärzte, die auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert sind“, sagte Joachim Gemmel, der als Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg dieses Projekt vorangetrieben hat. Asklepios besitzt in Hamburg sieben Kliniken: die Asklepios Klinik Nord in Heidberg und Ochsenzoll, das Asklepios Westklinikum in Rissen die Asklepios Kliniken in Altona, Barmbek, Wandsbek, St. Georg und Harburg. Insgesamt werden an diesen Kliniken pro Jahr mehr als 16.000 Krebspatienten behandelt.

17 Tumorkonferenzen pro Woche

Künftig soll es an allen sieben Standorten spezielle Sprechstunden des Tumorzentrums geben und so eine wohnortnahe Betreuung der Patienten gewährleistet werden. Die erforderliche Therapie wird in standortübergreifenden Tumorkonferenzen mit den jeweiligen Spezialisten aller Asklepios Kliniken besprochen, bevor eine Behandlungsempfehlung abgegeben wird. Als Beispiel nennt Gemmel komplizierte Kopf-Hals-Tumoren, an deren Behandlung mehrere Spezialisten, zum Beispiel aus der Neurochirurgie und der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, beteiligt sind. Zu der Tumorkonferenz der Klinik, in der sich der Patient befindet, werden dann über die Telemedizin Spezialisten aus anderen Krankenhäusern zugeschaltet. In der Regel finden Tumorkonferenzen an den einzelnen Kliniken einmal pro Woche statt. Insgesamt gibt es bei den Asklepios Kliniken 17 Tumorkonferenzen pro Woche.

Die Spezialisierung der Experten nimmt zu

„Unser Bestreben ist: Egal, wo ein Bedürftiger eine Asklepios Klinik betritt: Er bekommt die beste Therapie, die Asklepios zu bieten hat“, sagte Prof. Friedrich Hagenmüller, ehemaliger Ärztlicher Direktor der AK Altona und Leiter des virtuellen Tumorzentrums. Bei anspruchsvolleren Diagnosen werde eine Zweitmeinung von den besten Experten der Hamburger Asklepios eingeholt. Der Patient werde dann entweder in die Abteilung dieses Experten verlegt oder erhalte einen Termin in seiner Sprechstunde. Möglich sei auch, dass der Experte aus einer anderen Asklepios Klinik zu dem Patienten komme und ihn in dem Krankenhaus operiere, in dem er zuerst aufgenommen worden sei.

„Ärzte und Schwestern sollen Krebslotsen für die Patienten sein“, die oft viele unterschiedliche Therapien bräuchten, sagte Hagenmüller. Ganz konkret kann das zum Beispiel heißen, dass ein Patient für eine Strahlentherapie sich nicht selbst um einen Termin kümmern muss, sondern dass das Personal der Klinik für ihn einen Termin organisiert.

Prof. Karl Jürgen Oldhafer, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Asklepios Klinik Barmbek, wies darauf hin, dass die Asklepios Kliniken mit dem neuen Angebot auch einer Entwicklung Rechnung tragen würden, die immer mehr an Bedeutung gewinne: der Subspezialisierung. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Bauchchirurg nicht mehr alle Erkrankungen im Bauchraum operiert, sondern sich auf die Behandlung von Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen konzentriert. „Deswegen sind einzelne Häuser kaum noch in der Lage, auf allen Gebieten die beste Behandlung zu bieten“, sagte Oldhafer.

An dem Netzwerk sind unter anderem niedergelassene Ärzte, Pflegedienste und Selbsthilfeorganisationen beteiligt. Wenn erforderlich, werden Experten aus anderen Kliniken hinzugezogen.

Das Tumorzentrum Hamburg hat für Patienten, Angehörige und Ärzte eine Hotline unter der Nummer 040/18 18 80 99 95 eingerichtet, die den Kontakt zu einem Tumorspezialisten herstellt und bei Bedarf kurzfristig Sprechstundentermine vergibt. Die Patienten sollen zeitnah einen Rückruf mit einem Terminvorschlag oder einen Anruf des entsprechenden Krebsspezialisten erhalten.